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Schutz und Nutzung von Tropenwäldern

27.03.2013
Können Tropenwälder nachhaltig genutzt werden, ohne ihre Biodiversität oder Bodenfruchtbarkeit zu gefährden?

Experten zeigen beim Rundgespräch der Kommission für Ökologie am Dienstag, 9. April 2013 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Probleme und Lösungsansätze beim Umgang mit Tropenwäldern auf.

Etwa die Hälfte der weltweiten Waldfläche liegt in den Tropen. Dort sind die Wälder einem starken Veränderungsdruck durch den Menschen ausgesetzt: Jährlich gehen etwa 15 Millionen Hektar Tropenwald verloren (mehr als die gesamte Waldfläche Deutschlands).

Hauptursache ist die Umwandlung von Wald in landwirtschaftlich genutzte Flächen, sei es im Zuge des kleinbäuerlichen Wanderfeldbaus oder in großem Maßstab zur Anlage von „Energie-Plantagen“. Dies gefährdet sowohl die Hu-musvorräte und damit die Fruchtbarkeit der Böden als auch die Biodiversität.

Auch die Auswirkungen auf den Kohlenstoffhaushalt sind enorm – bereits heute gehen je nach Schätzung 12 bis 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen auf das Konto der Tropenwaldvernichtung. Die klassischen Instrumente des Naturschutzes wie die Ausweisung von Schutzgebieten oder die Ausarbeitung internationaler Konventionen reichen offenbar für einen wirkungsvollen Schutz von Tropenwäldern nicht aus. Es sind neue Konzepte nötig, die die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung, die von der Nutzung der Wälder lebt, einbeziehen.

Bei dem von Reinhard Mosandl (TU München) organisierten Rundgespräch diskutieren Experten aus dem In- und Ausland mögliche Lösungswege und zeigen am Beispiel des tropischen Bergregenwalds im Süden Ecuadors, wie sich Schutz der Biodiversität und nachhaltige Bewirtschaftung vereinbaren lassen. Dort wurden über 15 Jahre lang im Rahmen eines DFG-Forschungsprojekts ökologische Prozesse untersucht und darauf aufbauend Vorschläge für ein neues Landnutzungskonzept auf Farmebene entwickelt.

Fachtagung: „Schutz und Nutzung von Tropenwäldern“
Termin: Dienstag, 9. April 2013, 9.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Bayerische Akademie der Wissenschaften, Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München, Sitzungssaal, 1. Stock
Medienvertreter sind herzlich zu der Fachtagung eingeladen. Bitte melden Sie sich an: E-Mail an presse@badw.de oder Telefon 089 23031-1141.

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften, gegründet 1759, ist eine der größten und ältesten Akademien in Deutschland. Sie ist zugleich Gelehrtengesellschaft und Forschungseinrichtung von internationalem Rang. Mit rund 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreibt sie Grundlagenforschung in den Geistes- und Naturwissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf langfristigen Vorhaben, die die Basis für weiterführende Forschungen liefern und die kulturelle Überlieferung sichern. Sie ist ferner Trägerin des Leibniz-Rechenzentrums, eines der größten Supercomputing-Zentren Deutschlands, und des Walther-Meißner-Instituts für Tieftemperaturforschung. Seit 2010 betreibt sie ein Junges Kolleg für den exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs in Bayern.

Dr. Ellen Latzin | idw
Weitere Informationen:
http://www.oekologie.badw.de

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