Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schütte: "Biotechnologie ist wirtschaftlicher Wachstumsmotor"

21.04.2010
Biotechnologie-Branche schafft trotz Krise neue Arbeitsplätze / BMBF investiert weitere 50 Millionen Euro in Pflanzenbiotechnologie

Die deutschen Biotechnologie-Unternehmen haben trotz Finanzkrise nicht an Innovationskraft verloren. Im Jahr 2009 blieben die Ausgaben für Forschung und Entwicklung mit rund einer Milliarde Euro auf hohem Niveau.

"Die Firmen haben in der Krise neue Arbeitsplätze geschaffen, so dass mehr Menschen denn je in der kommerziellen Biotechnologie beschäftigt sind. Das unterstreicht, wie wichtig innovative Technologien als Wachstumsmotor für Deutschland sind", sagte Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), anlässlich der Präsentation der neuesten wirtschaftlichen Kennzahlen zur Biotechnologie.

Diese wurden im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage 2010 vorgestellt, die vom 21. bis 22. April als nationales Forum mit 600 Biotechnologie-Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft in Berlin stattfinden. Parallel stellte der Staatssekretär zusätzliche Investitionen für Forschungsprojekte in der Pflanzenbiotechnologie in Höhe von 50 Millionen Euro für die kommenden drei bis fünf Jahre in Aussicht. "In einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bioökonomie müssen wir den Rohstoff Pflanze noch effizienter als bisher nutzen", sagte Schütte. Insgesamt stellt das BMBF dieses Jahr rund 270 Millionen Euro für die Projektförderung in der Biotechnologie bereit.

Seit 2006 erhebt die Informationsplattform biotechnologie.de im Auftrag des BMBF die wirtschaftlichen Eckdaten der deutschen Biotechnologie-Unternehmen nach den internationalen Leitlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Demnach beschäftigten die 531 Biotechnologie-Unternehmen im Jahr 2009 knapp 15.000 Mitarbeiter, hinzukamen rund 16.600 Beschäftigte in den biotechnologisch ausgerichteten Geschäftsbereichen der Pharma-, Chemie- und Saatgutunternehmen. Damit ist die Zahl der in der kommerziellen Biotechnologie tätigen Personen gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 31.600 gestiegen. Die deutschen Biotechnologie-Unternehmen sind vor allem in den Geschäftsfeldern Dienstleistungen, Diagnostika und industrielle Biotechnologie erfolgreich. Von den Arzneimittel entwickelnden Biotechnologie-Unternehmen haben es bisher nur wenige bis zum marktreifen Produkt geschafft. Ein erster Durchbruch gelang jedoch im vergangenen Jahr, als der erste komplett in Deutschland entwickelte Antikörper als Arzneimittel gegen Krebs zugelassen wurde.

Zum ersten Mal wurden für 2009 auch die biotechnologischen Aktivitäten der Forschungseinrichtungen erfasst. Nach ihren Angaben arbeiten rund 27.000 Menschen an mehr als 700 Forschungsinstituten an biotechnologischen Fragestellungen. Die befragten Institute waren 2008 mit einem Budget von 2,8 Milliarden Euro sowie zusätzlichen 1,1 Milliarden Euro an Drittmitteln ausgestattet. "Die Zahlen belegen, dass die Biotechnologie inzwischen ein integraler Bestandteil von Wissenschaft und Wirtschaft ist, der sich auch in Krisenzeiten behaupten kann", betonte Schütte. Diese Entwicklung will das BMBF künftig weiter vorantreiben. "Wir wollen die Biotechnologie als Eckpfeiler einer wissensbasierten Bioökonomie ausbauen", sagte Schütte. Mit diesem Ansatz soll nachhaltiges, ökologisches, effizientes und zugleich wettbewerbsfähiges Wirtschaften in Deutschland ermöglicht werden. "Die Gesamtkonzeption werden wir in einem neuen Rahmenprogramm zur Bioökonomie noch in diesem Jahr vorstellen", kündigte Schütte an.

Das BMBF setzt darüber hinaus die seit 2005 bestehende Gründungsoffensive Biotechnologie (GO-Bio) mit einer vierten Ausschreibungsrunde fort. In den ersten drei Auswahlrunden wurden 28 Teams mit einem Fördervolumen von ca. 65 Millionen Euro ausgewählt. Daraus sind inzwischen sechs Unternehmensgründungen hervorgegangen, weitere werden folgen.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.biotechnologie.de/
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen
22.06.2017 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

nachricht Im Mikrokosmos wird es bunt: 124 Farben dank RGB-Technologie
22.06.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie