Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schont Umwelt und Gesundheit: Öko-Tinte für die Industrie

09.01.2009
DBU fördert Entwicklung mit rund 78.000 Euro - Nachwachsende Rohstoffe ersetzen Chemikalien

Das Kleingedruckte hat es oft in sich. Die Haltbarkeitsdaten und Chargennummern auf Lebensmittelverpackungen werden mit Industrietinte gedruckt. Diese chemischen Mixturen können giftige und reizende Stoffe enthalten, die bei der Produktion Umwelt und Gesundheit belasten.

Das Druckfarben-Unternehmen prometho aus Bonefeld zeigt jetzt, dass industrielle Tinte in keinem Fall ökologisch und gesundheitlich bedenklich sein muss. Seine neu entwickelte Industrietinte soll nahezu vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Ein deutschlandweit einmaliges Projekt. "Für die Lebensmittelbranche könnte hier eine Lücke geschlossen werden", stellt der Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Franz-Georg Elpers, fest. Die DBU fördert die Entwicklung mit rund 78.000 Euro.

"Lösemitteldämpfe steigen durch Wärme und Luftzirkulation in den Produktionsstätten auf. Die Gesundheit der Arbeiter, die diese Dämpfe einatmen, kann dabei gefährdet sein", so Elpers. Statt problembelasteter Chemikalien sind nun natürliche Harze, Zellulose oder Zitronensäure die Zutaten der neuen Ökotinte. "Bedenkliche synthetische Bestandteile kommen uns nicht in die Tüte, beziehungsweise in den Drucker", bekräftigt prometho-Geschäftsführer Jens-Christoph Hoffmann.

Vor allem die Lebensmittelindustrie stelle in Sachen Druck besondere Anforderungen: die Tinte müsse nicht nur störungsfrei in den verschiedenen Druckern betrieben werden können oder auf besonders glatten und belastbaren Oberflächen haften, sondern auch schnell trocknen. "Ohne Berührung und in Sekundenschnelle werden nämlich die Informationen auf unterschiedliche Verpackungen gebracht", so Hoffmann. Die neue Druckflüssigkeit aus nachwachsenden Rostoffen solle diese extremen Ansprüche erfüllen.

Hoffmann: "Die umweltfreundliche Öko-Tinte ist sehr vielfältig." Überall dort, wo Chargennummern gedruckt werden, könne sie künftig zum Einsatz kommen. Und das nicht nur beim Bedrucken von Lebensmittelverpackungen: Glas, Kunststoff, Kabel, elektrische Bauteile, Autoteile - "Wir machen vor keiner Anwendung Halt", sagt der Tinten-Experte.

"Mit der Entwicklung dieser Industrietinte sollen die Umwelt und die Gesundheit während der Produktion weitestgehend verträglich und nachhaltig entlastet werden", sagt Elpers. Zudem entspreche die unbedenkliche Tinte den extremen Anforderungen synthetischer Industrietinte. "Eine ökologische und neue Alternative für viele Sektoren soll hier gefunden werden."

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.dbu.de/123artikel28430_335.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen
21.05.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Junger Embryo verspeist gefährliche Zelle
18.05.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics