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Schnell und einfach: Neuer ELISA-Schnelltest für Pflanzenviren liefert Ergebnisse nach zwei Stunden

23.06.2016

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts DSMZ haben eine extrem zeitsparende Variante des Immunoassays entwickelt. Während bei einem klassischen ELISA die Resultate erst nach bis zu zwei Tagen vorliegen, liefert die neue „B-Fast ELISA“-Methode sichere Ergebnisse bereits nach etwa zwei Stunden. Trotzdem steht er den klassischen Methoden hinsichtlich Sensitivität, Spezifität und der Möglichkeit zur semiquantitativen Auswertung in nichts nach. Die DSMZ bietet den B-Fast ELISA zunächst für die Detektion von zehn verschiedenen Pflanzenviren an, so z. B. für das Tomato spotted wilt virus oder das Maize chlorotic mottle virus, die zu den derzeit wirtschaftlich bedeutendsten Viren weltweit gehören.

Die Pflanzenvirologen Dr. Wulf Menzel und Dr. Stephan Winter vom Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen haben in Zusammenarbeit mit der australischen Biotechnologie-Firma TGR BioSciences eine vereinfachte, deutlich schnellere Variante des Enzyme-linked immunosorbent assay (ELISA) zur Detektion von Pflanzenviren entwickelt. Während bei einem klassischen ELISA die Resultate erst nach bis zu zwei Tagen vorliegen, liefert die neue „B-Fast ELISA“-Methode sichere Ergebnisse bereits nach etwa zwei Stunden.

„Unser Schnelltest umfasst sowohl deutlich weniger Arbeitsschritte als auch viel kürzere Inkubationszeiten als die bisher gebräuchlichen ELISA-Varianten und reduziert dadurch den Arbeitsaufwand beträchtlich“, erläutert Wulf Menzel.

„Trotzdem steht er den klassischen Methoden hinsichtlich Sensitivität, Spezifität und der Möglichkeit zur semiquantitativen Auswertung in nichts nach.“ Das verfügbare Kit enthält einen Rahmen mit zwölf separaten 8-Well-Streifen, so dass auch eine geringe Probenanzahl getestet werden kann, ohne dafür eine ganze Platte verwenden zu müssen. „Dadurch ist dieser ‚Friday afternoon-ELISA‘ sehr gut geeignet, wenn das Ergebnis schnell vorliegen muss oder häufig kleinere Probenzahlen getestet werden müssen“, so Wulf Menzel.

Der ELISA ist die am häufigsten eingesetzte Methode zum Routinenachweis von Pflanzenviren. Die nun erstmalig für die Pflanzenpathogendiagnostik erhältliche B-Fast ELISA-Variante basiert auf einer von TGR BioSciences entwickelten Technologie (CaptSure™ technology), deren Besonderheit die Kopplung des Primärantikörpers mit einem speziellen Peptid ist.

Dieses Peptid kann wiederum an einen auf der ELISA-Platte immobilisierten Antikörper binden. Dadurch kann die zeitgleiche Inkubation von Primär- und Sekundärantikörper zusammen mit der Probe auf der ELISA-Platte erfolgen und der gesamte Komplex wird auf der Platte immobilisiert. Nach einem Waschschritt erfolgt die Detektion durch eine enzymkatalysierte Farbreaktion.

Die DSMZ bietet den B-Fast ELISA zunächst für die Detektion von zehn verschiedenen Pflanzenviren an, so z. B. für das Tomato spotted wilt virus oder das Maize chlorotic mottle virus, die zu den derzeit wirtschaftlich bedeutendsten Viren weltweit gehören. Zudem arbeiten die Wissenschaftler zusammen mit TGR BioSciences an der Ausweitung der Methode, um zukünftig weitere Viren damit nachweisen zu können.

Wissenschaftlicher Kontakt
Dr. Wulf Menzel
Abteilung Pflanzenviren
Tel.: 0531 2616-402
E-Mail: plantvirus@dsmz.de

Über das Leibniz-Institut DSMZ
Das Leibniz-Institut DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und mit seinen umfangreichen wissenschaftlichen Services und einem breiten Spektrum an biologischen Materialien seit Jahrzehnten weltweiter Partner für Forschung und Industrie. Als einem der größten biologischen Ressourcenzentren seiner Art wurde der DSMZ die Übereinstimmung mit dem weltweit gültigen Qualitätsstandard ISO 9001:2008 bestätigt. Als Patenthinterlegungsstelle bietet die DSMZ die bundesweit einzigartige Möglichkeit, biologisches Material nach den Anforderungen des Budapester Vertrags aufzunehmen. Neben dem wissenschaftlichen Service bildet die sammlungsbezogene Forschung das zweite Standbein der DSMZ. Die Sammlung mit Sitz in Braunschweig existiert seit 46 Jahren und beherbergt mehr als 52.000 Kulturen und Biomaterialien. Die DSMZ ist die vielfältigste Sammlung weltweit: neben Pilzen, Hefen, Bakterien und Archaea werden dort auch menschliche und tierische Zellkulturen sowie Pflanzenviren und pflanzliche Zellkulturen erforscht und archiviert. www.dsmz.de

Über die Leibniz Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 88 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.100 Personen, darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,6 Milliarden Euro.

Christian Engel | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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