Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlüssel zur Behandlung von Frakturen bei Osteoporose gefunden

02.03.2011
Forscher der University of Sydney berichten in der amerikanischen Wissenschaftszeitschrift Journal of Bone and Mineral Research, herausgegeben von der American Society for Bone and Mineral Research, dass ein natürliches Protein den Schlüssel zur Behandlung von Osteoporose darstellen könnte.

Mehr als zehn Jahre lang wurde das Interferon-Gamma erforscht. Es handelt sich dabei um ein Protein, das von unserem Immunsystem und den Stammzellen unseres Körpers produziert und bereits für die Behandlung von Hepatitits C eingesetzt wird.

Unter der Leitung von Professor Gustavo Duque injizierte eine Gruppe von Wissenschaftlern Mäusen, die sich in der Menopause befanden, geringe Dosen des körpereigenen Botenstoffs. Diverse Tests zeigten, dass die Mäuse an Knochenmasse zunahmen und Knochenschäden, bedingt durch klimakterische Osteoporose, zurückgingen.

Professor Duque sagt: „Das ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Entwicklung einer komplett neuen medizinischen Behandlung der Osteoporose, bei der die Förderung der Knochenbildung und nicht die Verhinderung des Knochenabbaus im Vordergrund steht.“

„Wir gehen das tatsächliche Problem an, indem wir die für den Knochenaufbau zuständigen Zellen anregen, mehr Knochenmasse zu produzieren. So vergrößert sich die Knochenmasse und neue Frakturen können hoffentlich verhindert werden. Mit zunehmendem Alter nimmt der Knochenaufbau ab - es entstehen Schmerzen, unter denen viele Menschen leiden“, teilte Duque mit.

Weltweit leiden schätzungsweise dreihundert Millionen Menschen an Osteoporose. Bei jeder dritten Frau über fünfzig und jedem fünften Mann gleichen Alters treten osteoporotische Frakturen auf. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2050 trotz der derzeitigen Behandlungsmethoden Hüftfrakturen bei Männern um dreihundertzehn Prozent und bei Frauen um zweihundertvierzig Prozent weltweit zunehmen werden.

Dieser Anstieg ist zum einen zurückzuführen auf die eingeschränkte Diagnostik und Therapie der Osteoporose und zum anderen auf die Bedenken bezüglich der möglichen Nebenwirkungen der derzeitigen Behandlungsmethoden. Die Tatsache, dass sich die meisten Osteoporose-Medikamente in ihrer Antifraktur-Wirkung und ihrem Wirkprinzip ähneln, trägt ebenfalls zu einem erhöhten Auftreten von Hüftfrakturen bei, so Professor Duque.

„Das Aging Bone Research Programm hat sich zum Ziel gesetzt, den Krankheitsverlauf bei älteren Menschen zu verstehen und zu erklären und dadurch umfassende Präventionsstrategien gegen Stürze und Frakturen zu entwickeln.“

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
oder
Associate Professor Gustavo Duque
Medicine, Nepean Clinical School
Tel: +61 2 4734 4279
Fax: +61 2 4734 1817
Email: gustavo.duque@sydney.edu.au
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.ranke-heinemann.at
http://www.ranke-heinemann.tv

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen
12.12.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Undercover im Kampf gegen Tuberkulose
12.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik