Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie „schlau“ sich Pflanzen vermehren

15.05.2013
Bremer Biologieprofessorin Rita Groß-Hardt veröffentlicht mit ihrer Arbeitsgruppe neue Erkenntnisse in international renommierter Fachzeitschrift „Developmental Cell“

Dass Blumen und andere Pflanzen sich durch die Übertragung von Pollen fortpflanzen weiß man. Doch wie funktioniert das genau? Welche Prozesse und Faktoren spielen eine entscheidende Rolle? Das sind bisher unbeantwortete Fragen, mit denen sich Biologen in ihrer Grundlagenforschung beschäftigen.

Wissenschaftler der Universität Bremen haben jetzt herausgefunden, dass bei der Befruchtung von Blütenpflanzen das Gas Ethylen eine wichtige Rolle spielt. Ihre neuen Erkenntnisse sind ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der pflanzlichen Reproduktion und könnten langfristig einen Beitrag zur Ertragssteigerung von Nutzpflanzen leisten. Ihre Ergebnisse haben die Professorin Rita Groß-Hardt und ihre Arbeitsgruppe vom Fachbereich Biologie/Chemie jetzt in der aktuellen Ausgabe der international renommierten Fachzeitschrift „Developmental Cell“ veröffentlicht.

Ethylen beschleunigt Alterungsprozesse bei Pflanzen

Das von Pflanzen gebildete Gas Ethylen beschleunigt Alterungsprozesse bei Pflanzen – etwa, wenn Blütenblätter anfangen zu welken. Industriell nutzt man es, um unreif geerntete Früchte wie Bananen kontrolliert reifen zu lassen, damit sie gelb in die Supermarktregale gelangen. Um die neuen Erkenntnisse der Biologen zu verstehen, muss man den Reproduktionsprozess unter dem Mikroskop im Detail betrachten: In Pflanzen werden die Spermazellen in Pollen transportiert. Im Laufe des Reproduktionsprozesses wachsen sie zu langen so genannten Pollenschläuchen aus. Hunderte von ihnen machen sich auf den Weg zu den Samenanlagen der Pflanze, in denen sich je eine reife Eizelle befindet.

Die Pollenschläuche werden dabei von Botenstoffen angelockt, die von so genannten Synergiden (Eizellnachbarzellen) gebildet werden. Der erste Pollenschlauch, der sein Ziel erreicht, platzt auf und entlässt die für die Befruchtung nötigen Spermazellen. Danach sterben die Synergiden ab, so dass keine weiteren Pollenschläuche angelockt werden können. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der sich nun entwickelnde Same nur von einem „Vater“ abstammt.

„Bislang war unklar, wie es von der erfolgreichen Befruchtung zum Absterben der Synergiden kommt“, sagt Professorin Rita Groß-Hardt. „Meine Mitarbeiter, allen voran Dr. Ronny Völz, haben verschiedene Experimente durchgeführt, die zeigen, dass die Befruchtung in den Samenanlagen zur Bildung von Ethylen führt. Interessanterweise löst das Gas ein gezieltes Absterben der Synergiden aus, während andere Zellen der Samenanlage keinen Schaden nehmen“, so die Biologin.

Rita Groß-Hardt ist seit Anfang April 2013 am Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Bremen als Professorin tätig. Dort leitet sie die Abteilung für Molekulare Genetik der Pflanzen.

Achtung Redaktionen: In der Pressestelle erhalten Sie ein PDF des gesamten Artikels und ein Foto von Professorin Rita Groß-Hardt mit ihren Mitarbeitern bei der Laborarbeit. Kontakt unter Telefon: 0421 218-60150, E-Mail: presse@uni-bremen.de .

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Biologie/Chemie
Prof. Dr. Rita Groß-Hardt
E-Mail: gross.hardt@uni-bremen.de

Meike Mossig | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1534580713001925

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Erster Atemzug prägt Immunsystem nachhaltig
22.02.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Wie Proteine zueinander finden
21.02.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive

Nanoinjektion steigert Überlebensrate von Zellen

22.02.2017 | Physik Astronomie