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Schlaf blockiert das Durstgefühl

01.03.2010
Innere Uhr schützt durch Hormone vor Dehydrierung

Eine Erklärung dafür, warum wir nachts nicht ständig trinken oder auf die Toilette gehen müssen, haben kanadische Forscher von der McGill University gefunden. In der Fachzeitschrift Nature Neuroscience berichten sie, dass die innere Uhr dafür sorgt, dass im Schlaf besonders viele Hormone ins Blut ausgeschüttet werden, die den Körper zu einem besseren Wasserspeicher machen. Das dürfte den Menschen im Schlaf vor dem Verdursten schützen.

Der wichtigste Mechanismus, mit dem der Körper seinen Wasserhaushalt steuert, ist die Balance der Wasseraufnahme - gesteuert durch das Durstgefühl - mit der Wasserabgabe, für die die Urinproduktion den Ausschlag gibt. Problematisch wird das während der Schlafenszeit, in der dem Körper ja keine Flüssigkeiten zugeführt wird. Um alle wichtigen Organe bei Funktion zu erhalten, muss folglich der Wasserverlust minimiert werden. Wie das gelingt, wusste man bisher noch kaum.

Schlaf optimiert die Wasserspeicherung

Eine heiße Spur liefert nun das Forscherteam um Eric Trudel und Charles Bourque. Der Ansicht der Wissenschaftler zufolge senden im Schlaf die Nervenzellen, die für die Wasserwahrnehmung zuständig sind, den für das Hormon Vasopressin zuständigen Neuronen den Befehl zur vermehrten Ausschüttung. Vasopressin, dessen erhöhte Niveaus während der Schlafenszeit man schon früher feststellen konnte, koordiniert im Körper die Wasserspeicherung. Nachts dürfte es dafür sorgen, dass der Körper kaum Wasser verliert.

Der Nachweis gelang den Forschern vorerst bei Ratten. Sie isolierten dünne Schichten ihres Gehirns, deren Zellen für die Wasserempfindlichkeit, für die Vasopressin-Produktion und für die innere Uhr noch intakt waren. War die innere Uhr auf "Schlafenszeit" gestellt, verbesserte dies die Kommunikation zwischen den Wassersensoren und den Hormonproduzenten. Nach dem Aufwachen verschlechtert sich die Kommunikation, zeigte die Messung der elektrischen Aktivitäten der Zellen. "Ratten sind nachtaktive Wesen. Ob dieselben Effekte auch beim Menschen gültig sind, muss erst geklärt werden", so die Forscher.

Originalartikel unter http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.2503.html

Johannes Pernsteiner | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.mcgill.ca
http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.2503.html

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