Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Salmonelle ist auch ein Krankheitserreger der Ackerschmalwand

19.09.2008
Das Team um den Genetiker Heribert Hirt, Forscher der Forschungseinheit für Pflanzengenomik in Evry (Frankreich) und des Max F. Perutz-Labors der Universität Wien, hat herausgefunden, das Salmonellen auch Pflanzenzellen befallen können.

Sie führten diese Untersuchungen an der Modellpflanze Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) durch. Anhand dieser Pflanze untersuchten die Forscher die Wechselwirkung zwischen Pflanzen und Salmonellen.

Die Arbeiten dürften auch Auswirkungen auf die Politik im Bereich der Lebensmittelsicherheit haben, da jährlich ca. 1,5 Milliarden Fälle von Lebensmittelvergiftungen weltweit durch Salmonellen verursacht werden, insbesondere durch Obst und Gemüse.

Mit Hilfe eines Markers, eines grünen flureszierenden Proteins, haben die Forscher nachgewiesen, dass die untersuchte Art, die Salmonella enterica serovar typhimurium, die Fähigkeit besitzt, in die Zellen der Ackerschmalwand einzudringen und sich dort zu vermehren. Obwohl regulierende Proteine, wie die beiden Mitogen-aktivierten Protein-Kinasen 3 und 6, bereits 15 Minuten nach einer Salmonellen- Infektion aktiviert werden, können sie die Vermehrung der Bakterien nicht verhindern. Ebenso nutzlos erscheint ein anderer Abwehrmechanismus, der durch die Pflanzenbotenstoffe Salicyl- und Jasmonsäure sowie Ethylen aktiviert wird. Zwar zeigte dieser Mechanismus bis zu sechs Stunden Aktivität, jedoch konnte er das Auftreten von Krankheiten (Absterben, Bleichsucht...) nicht verhindern.

Diese Entdeckung würde gleichzeitig erklären, warum das Abwaschen oder das Sterilisieren der Obstund Gemüseoberflächen unwirksam bleibt und den Menschen nicht hundertprozentig vor einer Salmonellenvergiftung schützen kann. Es war bereits bekannt, dass Salmonellen bis zu 900 Tagen in kontaminierten Böden überleben können und somit eine bedeutende Infektionsquelle für Pflanzen darstellen. Bislang wurde des Weiteren angenommen, dass die Infektion nur passiv erfolgt, durch die einfache Präsenz des Bakteriums an der Oberfläche. Die Forscher konnten nun jedoch nachweisen, dass die Infektion auch aktiv durch Infiltration der Zellen und Vermehrung des Bakteriums ausgelöst wird.

Kontakt:
Heribert Hirt,
Leiter der Abteilung für Pflanzenmolekularbiologie der Universität Wien und
stellvertretender Leiter der Forschungseinheit für Pflanzengenomik –
Tel.: +33 1 60 87 45 08 –
E-Mail: hirt@evry.inra.fr
Quelle: FWF – 27.05.2008
Redakteur: Mathieu Girerd, mathieu.girerd@diplomatie.gouv.fr
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 149 vom 18.09.2008)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften