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Der Rothirsch im August

26.07.2010
Jetzt wird gefegt!

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt erklärt. Begleiten Sie mit der Deutschen Wildtier Stiftung den unbekannten König der Wildtiere – den Rothirsch – durchs Jahr. Im August fegt er den Wald.

Geweihe sind reine Männersache! Sie dienen dem Rothirsch als Stirnwaffe und beeindrucken den Rivalen. Gesteuert wird das Geweihwachstum durch das Sexualhormon Testosteron. Doch jetzt Anfang August fegt der Hirsch erstmal den Wald! „Deutschlands größtes Säugetier nutzt Zweige und Sträucher, um daran die Basthaut vom Geweih abzustreifen. Dieses Verhalten nennt der Jäger Fegen“, erläutert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

„Unsere Mitarbeiter in Wildtierland Gut Klepelshagen in Mecklenburg-Vorpommern werden jetzt häufig von Besuchern, die Rotwild beobachten, gefragt, ob sich die Hirsche verletzt haben“, sagt Münchhausen. Denn die Basthaut hängt in blutigen Fetzen vom Geweih und Fliegen und blutsaugende Insekten umschwirren das Tier. Was ist passiert? „Wir sehen den Abschluss eines Wachstumsprozesses“, sagt der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Nach gut 100 Tagen ist dem Hirsch ein neues Geweih gewachsen.“ Die Haut, die sich durch das Fegen in der Vegetation ablöst, ist ein Nährgewebe, das nun überflüssig geworden ist. Unter der Basthaut sind die Geweihstangen als helle, fast weiße Knochen zu sehen. Erst durch die Pflanzensäfte, die beim Fegen in den Knochen eindringen, wird das Geweih später dunkelbraun oder fast schwarz gefärbt sein.

Münchhausen: „Dann leuchten am Ende nur noch die Spitzen der Geweihstangen wie Elfenbein!“

Zwei Zentimeter Geweihknochen werden pro Tag neu gebildet. „Das ist ein enormer Kraftakt für den Rothirsch. Am Ende des Prozesses hat das Tier in kurzer Zeit bis zu 14 Kilogramm Knochenmasse aufgebaut“, sagt der Geschäftsführer. Dieser hormonell gesteuerte Geweihzyklus erreicht zur Brunft seinen Höhepunkt.

Zur „Hochzeit“ der Hirsche im frühen Herbst werden aus ehemaligen Freunden im Rudel ärgste Rivalen um die Gunst der Hirschkühe. „Und jetzt kommt das Geweih endlich zum Einsatz, um Stärke und Macht zu demonstrieren“, sagt Münchhausen.

Eva Goris | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

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