Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RNA-Proben kehren mit russischer Sojuz-Rakete zurück

09.10.2009
Der Biochemiker Professor Volker A. Erdmann von der Freien Universität Berlin hat auf der russischen Sojuz-Rakete TMA-16 Proben mit 50 verschiedenen Ribonukleinsäuren (RNA-Molekülen) in den Weltraum geschickt.

Am 10. Oktober kehren die Proben auf die Erde zurück. Ziel der Weltraummission war es, die Ribonukleinsäuren in der Schwerelosigkeit kristallisieren zu lassen. So erfahren die Wissenschaftler mehr über die Struktur und damit auch über die Funktion der RNA-Moleküle, die das Geschehen in einer Zelle steuern.

Mit diesem Wissen wollen die Wissenschaftler Varianten von RNA-Molekülen mit besseren biologischen Eigenschaften entwickeln, mit denen gezielt kranke Zellen ausgeschaltet und so Tumorleiden oder virale Infektionen bekämpft werden können.

Dank einer Kooperation mit dem NASA-Astronauten und Universitätsprofessor Dr. Larry DeLucas hat Professor Volker A. Erdmann die Proben auf die rund 350 Kilometer von der Erde entfernte Internationale Raumstation ISS geschickt. Die kristallisierten RNA-Moleküle werden am 12. Oktober aus Moskau abgeholt, um anschließend im Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg mit Hilfe der Röntgenstrukturanalyse vermessen zu werden.

Volker A. Erdmann hat bereits vor 20 Jahren gemeinsam mit Heinz-Günter Wittmann und Ada Jonath, die vor wenigen Tagen mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, die Grundlagen für die Erforschung der Struktur von Ribosomen gelegt, indem sie zum ersten Mal Ribosomen kristallisieren und mithilfe der Röntgenstrukturanalyse die zirka 300.000 Atome in einem dreidimensionalen Raum ordnen konnten. Ribosomen, die Eiweißfabriken der Zelle, bestehen aus Proteinen und RNA-Molekülen, die nicht nur die Proteine binden, sondern auch die katalytischen Eigenschaften besitzen, um die Proteine aus den 20 verschiedenen Bausteinen herzustellen.

Volker A. Erdmann und sein Team erwarten, dass die Strukturanalyse der RNA-Proben auch zu einem besseren Verständnis der Funktion der Ribosomen beiträgt und die Ergebnisse Eingang in die molekulare Medizin finden.

Der Biochemiker gründete 1998 das RNA-Netzwerk, das seither mit 60 Millionen Euro vom Berliner Senat, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und Industriepartnern gefördert worden ist. Mehr als 25 Arbeitsgruppen von Berliner Universitäten, Max-Planck-Instituten und weiteren außeruniversitären Einrichtungen und Unternehmen sind am RNA-Netzwerk beteiligt.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Professor Volker A. Erdmann,
Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin,
Telefon: 030 / 838-56002, E-Mail: erdmann@chemie.fu-berlin.de

Christine Boldt | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nanodiscs: kleine Scheiben ganz groß
07.12.2016 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Molekulare Schalter im Detail erforscht
07.12.2016 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nanodiscs: kleine Scheiben ganz groß

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Virtual Reality in der Medizin: Neue Chancen für Diagnostik und Operationsplanung

07.12.2016 | Medizintechnik

Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

07.12.2016 | Materialwissenschaften