Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Riechendes Gas mit wichtiger Funktion

19.07.2012
Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Bioanorganische Chemie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben neue Erkenntnisse über die Bedeutung und Funktion von Schwefelwasserstoff im menschlichen Körper gewonnen. Die Ergebnisse der Erlanger Forscher wurden jetzt in zwei renommierten internationalen Fachmagazinen mit besonderer Würdigung publiziert.

Schwefelwasserstoff (H2S) ist allgemein als giftiges Gas mit dem Geruch von faulen Eiern bekannt. Überraschend ist, dass er auch in den Zellen unseres Körpers produziert wird und große physiologische Bedeutung hat. Was Schwefelwasserstoff tatsächlich auf molekularer Ebene in unserem Körper bewirkt und welche Funktionen er genau wahrnimmt, war bisher noch nicht bekannt.

Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Ivana Ivanovic-Burmazovic vom Lehrstuhl für Bioanorganische Chemie der FAU konnte nun zeigen, dass Schwefelwasserstoff mit unterschiedlichen Stickstoff-Spezies wie NO, NO+ und NO- zusammenwirkt. Diese Stickstoff-Moleküle sind beispielsweise für die Regulierung des Blutdrucks, der Herzfunktionen, der neuronalen Signalübertragung und der Immunabwehr verantwortlich. Durch die chemische Verbindung zu einem neuen Shuttle-Molekül HSNO ermöglicht Schwefelwasserstoff den Transport der Stickstoff-Spezies durch die Zellmembran.

Ungeklärt war bisher auch, wie durch Stickstoff-Spezies induzierte Protein-Modifikationen von einem auf ein anderes Protein übertragen werden können – insbesondere da die Proteine keine Zellmembranen passieren können. „Wir konnten belegen, dass HSNO als eine neue Redox-Signaling-Spezies fungiert, die bei der Übertragung solcher Proteinmodifikationen hilft“, erklärt Ivana Ivanovic-Burmazovic, die zugleich das von der Emerging Fields Initiative geförderte Projekt „Medicinal Redox Inorganic Chemistry“ koordiniert. „Unsere Erkenntnisse über die physiologische Bedeutung von HSNO eröffnen neue Perspektiven für den pharmazeutischen Einsatz von Schwefelwasserstoff.“

Die aktuellen Forschungsergebnisse des Lehrstuhls für Bioanorganische Chemie sind jetzt von den „Chemical & Engineering News“ der American Chemical Society als News of The Week (Volume 90 Issue 28 | p. 5 | News of The Week Issue Date: July 9, 2012) hervorgehoben und gewürdigt worden. Außerdem wurde die Veröffentlichung „Novel insight into H2S biochemistry and physiology“ im Biochemical Journal-BJ Energy als Spotlight ausgewählt.

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), gegründet 1743, ist mit 33.500 Studierenden, 630 Professuren und rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Und sie ist, wie aktuelle Erhebungen zeigen, eine der erfolgreichsten und forschungsstärksten. So liegt die FAU beispielsweise beim aktuellen Forschungsranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf Platz 8 und gehört damit in die Liga der deutschen Spitzenuniversitäten. Neben dem Exzellenzcluster „Engineering of Advanced Materials“ (EAM) und der im Rahmen der Exzellenzinitiative eingerichteten Graduiertenschule „School of Advanced Optical Technologies“ (SAOT) werden an der FAU derzeit 31 koordinierte Programme von der DFG gefördert

Die Friedrich-Alexander-Universität bietet insgesamt 142 Studiengänge an, darunter sieben Bayerische Elite-Master-Studiengänge und über 30 mit dezidiert internationaler Ausrichtung. Keine andere Universität in Deutschland kann auf ein derart breit gefächertes und interdisziplinäres Studienangebot auf allen Qualifikationsstufen verweisen. Durch über 500 Hochschulpartnerschaften in 62 Ländern steht den Studierenden der FAU schon während des Studiums die ganze Welt offen.

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Ivana Ivanovic-Burmazovic
Tel.: 09131/85-25428
ivana.ivanovic@chemie.uni-erlangen.de

Heiner Stix | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns
24.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics