Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rettung aus dem Darm: Uni Graz meldet Mittel gegen Bienenkrankheit zum Patent an

06.06.2013
Nicht nur Pestizide machen Bienen zu schaffen, auch verschiedene Krankheiten raffen mitunter ganze Völker dahin.

Gegen eine der tödlichsten – die Amerikanische Faulbrut – haben ZoologInnen der Karl-Franzens-Universität Graz nun ein höchst wirksames Mittel gefunden und zum Patent angemeldet.

„Die Amerikanische Faulbrut wird durch ein sporenbildendes Bakterium übertragen und befällt nur die junge Brut während der ersten Lebenstage“, erklärt Dr. Ulrike Riessberger-Gallé vom Institut für Zoologie der Karl-Franzens-Universität Graz. Ammenbienen füttern die jungen Larven und stecken sie so mit Bakteriensporen an. Ältere Larven und erwachsene Bienen sind gegen die Krankheit unempfindlich.

Im Zuge ihrer Forschungsarbeiten stellte Riessberger-Gallé fest, dass die Bienen eine Substanz im Darm haben, die sie vor der Faulbrut schützt. In einem vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekt gelang es, diese zu isolieren und zu beschreiben. Konkret handelt es sich um das so genannte Lyso-Phosphatidylcholin, kurz LPC, das im Reagenzglas das Wachstum der Faulbrut-Erreger unterdrückt.

„Wir haben in unserem Labor eine Methode der künstlichen Larvenzucht weiterentwickelt, die für unsere Forschungen zur Bienengesundheit enorm hilfreich ist“, teilt die Zoologin mit. Die Larven wurden mit LPC gefüttert und haben das selbst in hohen Dosen gut vertragen. Da der Einsatz von Antibiotika zur Bekämpfung der Faulbrut in Österreich verboten ist, müssen derzeit befallene Stöcke vernichtet werden.

„Jetzt haben wir äußerst wirksames Mittel gefunden und suchen ParnterInnen aus der Wirtschaft, die dieses auch auf den Markt bringen“, freut sich Riessberger-Gallé. Die Substanz wurde europaweit zum Patent angemeldet. Das Team der Uni Graz forscht nun weiter an Methoden, wie LPC den Larven – die nur fressen, was sie von den Ammenbienen gefüttert bekommen – am besten verabreicht werden kann. „Man könnte beispielsweise ganze Waben, in denen sich Larven befinden, besprühen, in eine Lösung tauchen oder die Substanz ins Wachs eingießen“, führt die Wissenschafterin aus.

Kontakt für Rückfragen:
Dr. Ulrike Riessberger-Gallé
Institut für Zoologie der Karl-Franzens-Universität Graz
Tel. 0043 (0)316/380-8754
E-Mail: u.riessberger@gmx.net

Gudrun Pichler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-graz.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie