Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rekonstruktion von angeborenen Fehlbildungen mit Gewebe aus der Fruchtblase

28.08.2009
Ein Forschungsprojekt der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie am Klinikum rechts der Isar der TU München wird mit über 440.000 Euro gefördert.

Die Arbeitsgruppe für "Onkologisch-Rekonstruktive Gesichtschirurgie" (Leiter: PD Dr. Dr. Marco Kesting) der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (Prof. Dr. Dr. Klaus-Dietrich Wolff) am Klinikum rechts der Isar bekommt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten drei Jahren 442.000,- Euro. Das geförderte Forschungsprojekt untersucht, wie Gewebe aus der Fruchtblase - die sogenannte "Amnionmembran" - für die rekonstruktive Fehlbildungschirurgie genutzt werden kann.

Angeborene Fehlbildungsdefekte bedürfen häufig einer sofortigen oder zumindest frühzeitigen operativen Versorgung. Doch der Bedarf an möglichst körpereigenem, unmittelbar und reichlich verfügbarem Ersatzgewebe ist nur schwer zu decken. So können die Ärzte dem Neugeborenen nur in sehr begrenztem Umfang eigenes Gewebe entnehmen. Zudem führt die Entnahme zur Bildung starker Narbenkontrakturen in der Empfänger- und Spenderregion. Diese wiederum hemmen das Wachstum der rekonstruierten Fehlbildungsregion; überdies wird dieser Bereich dadurch häufig schlechter durchblutet - ein Problem insbesondere bei eventuellen Folgeoperationen. Körperfremdes Gewebe (sowohl allogen als auch xenogen), das ebenfalls klinisch eingesetzt wird, ist wiederum kostenintensiv und nur eingeschränkt biokompatibel.

Das geplante Forschungsvorhaben beschäftigt sich nun erstmals mit der Fragestellung, ob die sonst bei der Geburt verworfene plazentare Amnionmembran als immuntolerantes "autofetales" Gewebe zur Primärrekonstruktion angeborener Fehlbildungen verwendet werden kann. PD Dr. Kesting: "Wir werden das biologische und mechanische Verhalten dieses potentiellen Ersatzgewebes in mehreren experimentellen Wundmodellen untersuchen. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob es durch Kälte konserviert und als immuntolerante Reserve für spätere Rekonstruktionen genutzt werden kann." Indikationen wären angeborene Defekte wie Spaltbildungen des Gesichtsbereiches, des Neuralrohres und der Bauchwand. Aufgrund der mittlerweile erreichten Fortschritte in der pränatalen Diagnostik wäre eine entsprechende Gewinnung der Membran gut planbar.

Die Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar kooperieren in ihrem Forschungsprojekt eng mit der Forschungsgruppe "Molekulare Onkologie und Wundheilung" um Prof. Dr. Lars Steinsträßer von der Klinik für Plastische Chirurgie der Ruhr-Universität Bochum.

Pressekontakt:
Klinikum rechts der Isar
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tanja Schmidhofer
Tel.: 089/4140 2046
E-mail: schmidhofer@lrz.tum.de

Tanja Schmidhofer | idw
Weitere Informationen:
http://www.tum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Frage der Dynamik
19.02.2018 | Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)

nachricht Forscherteam deckt die entscheidende Rolle des Enzyms PP5 bei Herzinsuffizienz auf
19.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

Unternehmenssteuerung und Controlling im digitalen Zeitalter

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Stahl ist nicht gleich Stahl: Informatiker und Materialforscher optimieren Werkstoffklassifizierung

19.02.2018 | Materialwissenschaften

Wenn Eiweiße einander die Hand geben

19.02.2018 | Materialwissenschaften

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics