Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reinstwasser für Industrie kostengünstiger herstellen

30.04.2012
Mit einem neuen Wasseraufbereitungsmodul von Siemens sparen Stromerzeuger und Betreiber von Industrieanlagen Kosten für die Herstellung von Reinstwasser.

Dieses Wasser enthält fast keine Ionen mehr, also nur noch geringste Mengen Salze und Mineralien. Es wird oft in der chemischen Industrie, bei der Herstellung von Halbleiterchips oder für den Dampf in Kraftwerken zum Antrieb von Turbinen eingesetzt.



Zur Herstellung wird Brauchwasser stufenweise in immer empfindlicheren Prozessen entionisiert. Wasser mit vielen gelösten Inhaltsstoffen muss vor der feinsten Reinigungsstufe mehrmals behandelt werden. Ein neues Feinstreinigungsmodul von Siemens kann nun härteres Wasser verarbeiten und spart damit Energie- und Investitionskosten für die Vorbehandlung.

Nach einer Vorreinigung durchläuft Wasser zur Deionisierung zunächst die Umkehrosmose. Dabei wird es mit hohem Energieaufwand durch Filter gepresst, die Mikropartikel und Salzkristalle zurückhalten. Danach läuft das Wasser in einem elektrischen Feld durch Kanäle, deren Außenmembranen jeweils nur positive oder negativ geladene Ionen passieren lassen. Weil Ionen im elektrischen Feld wandern, sammelt sich in getrennten Kanälen abwechselnd reines oder ionenreiches Wasser.

Um den Prozess zu unterstützen, sind die Kanäle mit speziellen Harzen gefüllt, die es den Ionen erlauben sich fortzubewegen. Diese kontinuierliche Elektro-Deionisation (CEDI) kann aber fehleranfällig sein, wenn sie mit zu hartem Wasser betrieben wird, also etwa mit hohem Magnesium- oder Kalziumgehalt. Deshalb muss Wasser mit hohen Härtegraden häufig vor diesem Prozess einer zusätzlichen Behandlung in Form einer doppelten Umkehrosmose durchlaufen.

Experten von Siemens zeigten, dass die Effizienz des CEDI-Prozesses von der Breite der mit Ionentauscherharz gefüllten Kanäle abhängt: je dünner, desto effizienter. Die Kanäle der neuen VNX CDIT Module sind nur etwas über drei Millimeter breit. Im Vergleich zu älteren Modulen verarbeiten sie vier Mal so kalkhaltiges Wasser mit bis zum doppelten Salzgehalt. Dadurch fällt der zweite Umkehrosmoseprozess weg. Die Betreiber sparen Energie und Kosten für die zusätzliche Anlage.
Weil das neue Modul weniger anfällig für Schwankungen des Ionengehalts des Wassers ist, treten zudem weniger Fehler und Stillstände auf.

Die neuen VNX CDIT Module ergänzen die Ionpure-Produktreihe von Siemens Water Technologies. Sie verarbeiten 113 Liter Wasser pro Minute und eignen sich besonders für Industrieanlagen und Stromerzeuger, die große Wassermengen benötigen. Siemens hat die Technologie für ein US-Patent angemeldet. (IN 2012.04.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: CDIT Industrieanlage Ionen Kanal Modul Prozess Reinstwasser Stromerzeuger Umkehrosmose VNX

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft
27.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut
27.04.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie