Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rb2/p130 und p53 - ein Team für Notfälle

23.09.2009
Unsere Körperzellen sind ständigen Angriffen ausgesetzt, die das Erbgut im Zellinneren - die DNA - stark schädigen und dadurch Krebs auslösen können.

Das sind zum Beispiel Strahlen, wie UV-Licht, Röntgen- und Gammastrahlen oder auch Umweltgifte und Sauerstoffradikale. Gegen diese Angriffe wehren sich Zellen mit verschiedenen Schutzmaßnahmen.

Jetzt beschreiben Forscher des Heinrich-Pette-Instituts (http://www.hpi-hamburg.de)im Fachjournal Oncogene einen schützenden Signalweg, der geschädigte Zellen endgültig am Wachstum hindert. Das Zusammenspiel der Proteine Rb2/p130 und p53 ist im neu entdeckten Notfallplan entscheidend wichtig.

Wissenschaftler reden von Seneszenz, wenn geschädigte Zellen dauerhaft im Wachstum blockiert werden und sich nicht mehr teilen können. Seneszente Zellen können in gutartigen Gewebeveränderungen nachgewiesen werden, jedoch nicht in bösartigen Tumoren. Das lässt vermuten, dass Seneszenz die Entstehung von Krebs in frühen Stadien stoppen kann. Heike Helmbold und ihre Kollegen vom Heinrich-Pette-Institut fragten sich, welche Mechanismen in menschlichen Zellen dafür verantwortlich sind. "Man weiß bereits, dass p53 eine zentrale Schaltstelle ist, die darüber entscheidet, ob Zellen entarten, absterben oder seneszent werden", fasst Heike Helmbold zusammen. Die Hamburger Forscher fanden jetzt einen wichtigen Partner für p53. Helmbold: "Wenn DNA-Schäden auftreten, werden komplexe Signalketten der Schadensantwort in der Zelle gestartet. Wir konnten zeigen, dass p53 mit dem Protein Rb2/p130 interagiert und diese Teamarbeit ist entscheidend für die Einleitung der Seneszenz." Ihren Befund konnten die Wissenschaftler in unterschiedlichen menschlichen Zelltypen bestätigen.

Heike Helmbold wird die Signalkette weiter untersuchen und Proteine charakterisieren, mit denen Rb2/p130 wechselwirkt. "Wir möchten verstehen, welche Gene durch Rb2/p130 dauerhaft stillgelegt werden, so dass die Zellen nach starken DNA-Schäden - wie sie zum Beispiel auch in der Chemotherapie entstehen - nicht mehr in der Lage sind sich zu teilen", so Helmbold. Warum reagieren Zellen unterschiedlich auf bestimmte Krebstherapien? Ihre Erkenntnisse könnten helfen, diese Frage zu beantworten und sie könnten zukünftig für therapiebegleitende Untersuchungen bei Krebserkrankungen wichtig sein.

Publikation:
Helmbold, H., Kömm, N., Deppert, W. and W. Bohn (2009)
RB2/p130 is the dominating pocket protein in the p53-p21 DNA damage response pathway leading to senescence. Oncogene. Online prepublished ahead 3. August 2009

Dr. Angela Homfeld | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-hamburg.de

Weitere Berichte zu: DNA DNA-Schaden Notfälle Protein Rb2/p130 Seneszenz geschädigte Zellen oncogene

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie