Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durch raue Gewässer dem Kabeljau auf der Spur

08.10.2009
Forschungsschiff bricht zu sechswöchiger Expedition in den Nordatlantik auf

Wie geht es dem grönländischen Kabeljau? Dieser Frage geht ein internationales Forscherteam an Bord der "Walther Herwig III" auf den Grund. Am 8. Oktober verlässt das deutsche Fischereiforschungsschiff seinen Heimathafen Bremerhaven mit Richtung grönländische Gewässer.

Die Arktis ist eines der Gebiete, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind. Es sind tiefgreifende Änderungen in der Produktivität und Zusammensetzung der Artengemeinschaften der arktischen Meere zu erwarten. Was der Klimawandel und die damit einhergehenden Änderungen im Lebensraum für den dort wichtigen Kabeljau bedeuten, untersucht ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern aus dem Institut für Seefischerei des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI).

Die Forschungsreise führt zunächst in das Gebiet der Dohrn Bank (zwischen Ostgrönland und Island). Ziel der Untersuchungen sind die grönländischen Kabeljau- und Rotbarschbestände sowie andere ökologisch wichtige Grundfischarten, wie der Schwarze Heilbutt. Der grönländische Kabeljaubestand stagniert in seiner Bestandsgröße seit 1991 auf niedrigstem Niveau, zeigt aber schwache Erholungsanzeichen. Derzeit dominieren Kabeljau des Geburtsjahrganges 2003 den Bestand. Die Nachwuchsjahrgänge stehen im Vordergrund des wissenschaftlichen Interesses, da deren Überlebensraten und Wachstum den Verlauf einer möglichen Bestandserholung bestimmen.

Die jährlich durchgeführten Bestandsaufnahmen sind die einzigen fischereilich unabhängigen Informationsquellen zur Beurteilung der Fischpopulationen in diesem Seegebiet. Das erklärt ihren besonderen Wert. Um weitere Informationen über das marine Ökosystem rund um die Südspitze Grönland zu erhalten, führen die Forscher in der rauen winterlichen See auch Planktonuntersuchungen und Walbeobachtungen durch.

Das Klima im Ozean wird an allen Fangpositionen erfasst. Mit diesen ozeanographischen Messungen wollen die Forscher Abhängigkeiten der Grundfischarten von klimatischen Parametern im Ozean vor Ost- und Westgrönland erkennen. Ozeanographische Messungen an internationalen Standardpositionen vor Westgrönland geben Aufschluss über globale Klimaeinflüsse im arktischen Ozean.

Die Forschungsreise des vTI findet in enger Kooperation mit dem grönländischen Naturinstitut in Nuuk, dem Polarforschungsinstitut in Murmansk und dem Bedford Institute of Oceanography, Dartmouth, Canada statt. Für den 14. November ist das Einlaufen in der westgrönländischen Stadt Nuuk geplant. Hier finden Gespräche und Vorträge mit Vertretern des grönländischen Naturinstituts, Vertretern der lokalen Fischerei und der grönländischen Politik statt.

Die Reise endet am 24. November in Bremerhaven. Die online Berichterstattung über die Forschungsreise kann ab der zweiten Oktoberwoche auf den Internetseiten des Johann Heinrich von Thünen-Instituts verfolgt werden unter: http://www.vti.bund.de, Rubrik "Aktuelles/Forschungsreisen".

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de
http://www.vti.bund.de/de/aktuelles/forschungsreisen/default.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften

Krebs erregende Substanzen aus Benzinmotoren

24.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich

24.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz