Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Raucher: Gene beeinflussen Lungenkrebs-Risiko

21.08.2009
Spezifische Unterschiede auf Chromosomen 5, 6 und 15 entdeckt

Wissenschaftler des Institute of Cancer Research haben die genetischen Grundlagen für das Lungenkrebs-Risiko von Rauchern im Detail erforscht.

Es wurden drei entscheidende DNA-Bereiche identifiziert, von denen zwei beeinflussen, welche Art von Krebs entsteht. Damit werden frühere Studien bestätigt, die von einem familiären Zusammenhang ausgegangen waren. Dieser blieb auch bestehen, als Faktoren wie das Rauchen berücksichtigt wurden, schreibt das Team um Richard Houlston in der Fachpublikation von Cancer Research UK. Das Rauchen ist laut BBC für neun von zehn Erkrankungen an Lungenkrebs verantwortlich.

Die Wissenschaftler verglichen die DNA von 1.900 Patienten mit der von 1.400 gesunden Menschen. Die zum genetischen Risiko gesammelten Informationen wurden bei 2.000 weiteren Betroffenen und einer ähnlichen Zahl von gesunden Freiwilligen noch weiter untersucht. Spezifische Unterschiede, die mit dem Lungenkrebs-Risiko in Verbindung stehen, wurden auf den Chromosomen 5, 6 und 15 gefunden.

Jene Menschen mit bestimmten genetischen Veränderungen auf dem Chromosom 5 erkrankten eher an Adenokarzinomen. Veränderungen auf dem Chromosom 6 schienen zu beeinflussen, ob ein Patient an einem Adenokarzinom oder an einem Plattenepithelkarzinom erkrankten. Auf dem Chromosom 15 wurden zwei von einander unabhängige Bereiche identifiziert, die eine Rolle dabei spielen, ob ein Raucher an Lungenkrebs erkrankt oder nicht. Diese Bereiche des Genoms enthalten eine Familie von Genen, die das Rauchverhalten aber auch das Zellwachstum und den Zelltod beeinflussen.

Raucher oder frühere Raucher, die über eine Kopie einer dieser genetischen Variante verfügen, haben ein um 28 Prozent erhöhtes Lungenkrebs-Risiko. Bei zwei Kopien steigt das Risiko auf 80 Prozent an. Nichtraucher mit genetischen Veränderungen, hatten kein erhöhtes Risiko. Houlston erklärte, dass diese Forschungsergebnisse frühere Studien bestätigten. In einem nächsten Schritt sei zu erforschen, welches Gen oder welche Gene in diesen Bereichen für das erhöhte Risiko verantwortlich sind und wie sie es konkret auslösen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.icr.ac.uk
http://www.cancerresearchuk.org

Weitere Berichte zu: Adenokarzinom Cancer Chromosom 15 Gen FTO Lungenkrebs Lungenkrebs-Risiko Rauchen Raucher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien
19.09.2017 | Technische Universität Berlin

nachricht Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden
19.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie