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Proteine für den industriellen Einsatz

22.12.2010
Neues Forschungsprojekt zum „Proteindesign“ an der Universität Regensburg

Proteine kommen auf vielfältige Weise in der Industrie zum Einsatz. So werden pflanzliche Proteine heutzutage in der Futtermittelindustrie oder in der chemischen Industrie verwendet. Darüber hinaus sind bakterielle Proteine gerade für die chemisch-technische Industrie und die „weiße Biotechnologie“ von zentraler Bedeutung. In allen Fällen sind allerdings eine hohe Löslichkeit und eine gewisse Stabilität der Proteine unabdingbare Voraussetzung für den industriellen Einsatz. Da natürlich vorkommende Proteine diese Anforderungen häufig nicht erfüllen, müssen sie vor ihrer Verwendung durch aufwendige Verfahren angepasst werden. Gerade deshalb konzentriert sich die Forschung seit einiger Zeit auf Verfahren der Optimierung von Proteinen („Proteindesign“).

In diesem Zusammenhang kann die Universität Regensburg nun
mit einem neuen Forschungsprojekt aufwarten. Dabei werden unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhard Sterner vom Institut für Biophysik und physikalische Biochemie in Kooperation mit den beiden Unternehmen Lisando GmbH und Polyquant GmbH neuartige Methoden zur Herstellung stabilisierter Proteine für den industriellen Einsatz entwickelt und durch den Vergleich mit bereits etablierten Methoden überprüft. So soll eine neue Form des Phagen-Display-Screenings entwickelt werden: eine biotechnologische Methode, bei der – im Rahmen des Projekts – aus einer „Genbibliothek“ unterschiedliche Protein-Kombinationen auf die Oberflächen von Bakteriophagen (Viren, die auf Bakterien als Wirtszellen spezialisiert sind) aufgetragen werden. Durch verschiedene Verfahren wollen die Forscher diese Proteine dann auf ihre Proteaseresistenz untersuchen, d.h. auf ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Enzymen, die Proteine spalten können. Auf dieser Grundlage kann ein robustes Verfahren zur Optimierung von Proteinen entwickelt werden, das dann als „Entwicklungs-Kit“ auch in den Handel kommen soll.

Das neue Forschungsprojekt ist an die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) angebunden und wird im Rahmen des Förderprogramms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert. Mit etwa 130.000 Euro wird die Universität Regensburg dabei für die kommenden zwei Jahre finanziell unterstützt.

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»Protein
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Reinhard Sterner
Universität Regensburg
Institut für Biophysik und physikalische Biochemie
Tel.: 0941 943-3015
Reinhard.Sterner@biologie.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

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