Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pilze für die Zukunft: Neuer LOEWE-Schwerpunkt „Integrative Pilzforschung (IPF)“

06.07.2012
Der neue LOEWE-Schwerpunkt „Integrative Pilzforschung“ wird ab 2013 für drei Jahre mit rund 4,5 Mio. Euro unterstützt, gab das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst vorgestern bekannt.
Der Schwerpunkt wird von Prof. Marco Thines (Goethe-Universität Frankfurt und Wissenschaftler am Biodiversität und Klima Forschungszentrum), und Prof. Helge Bode (Merck-Stiftungsprofessur Molekulare Biotechnologie, Goethe-Universität) koordiniert. Das riesige Potenzial der Pilzvielfalt soll durch die Verzahnung von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung untersucht und nutzbar gemacht werden, mit synergistischen Anknüpfungen an die LOEWE-Projekte BiK-F, Synmicro und Insektenbiotechnologie.

Ab Januar 2013 werden im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) sechs neue Forschungsvorhaben gefördert. Darunter ist der Schwerpunkt „Integrative Pilzforschung (IPF) – Innovation durch Integration anwendungs- und grundlagenorientierter Forschung zur Nutzung der pilzlichen Vielfalt“, an dem die BiK-F-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler Prof. Marco Thines, Prof. Imke Schmitt und Dr. Christian Printzen mitwirken. Die Federführung liegt bei der Goethe-Universität Frankfurt; beteiligt sind die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie die Universitäten Marburg, Gießen und Kassel. Die Entscheidung wurde am 4. Juli in Wiesbaden bekannt gegeben.

Vorhandene wissenschaftliche Expertise gebündelt
Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. „In Hessen forschen zwei Drittel aller deutschen Pilzforscher“, so die Sprecher des neuen Schwerpunktes, Prof. Marco Thines und Prof. Helge Bode. Exzellente Bedingungen also für fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Biodiversitätsforschern, Biochemikern, Biotechnologen und Molekulargenetikern, die an denbeteiligten Institutionen Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Justus-Liebig-Universität Gießen, Universität Kassel und Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Frankfurt angesiedelt sind. Sie erhalten von 2013 bis 2015 rund 4,5 Millionen.

90 Prozent der Pilzarten noch unbekannt
Nach den Bakterien sind Pilze die am weitesten verbreitete Lebensform der Erde und zugleich einer der artenreichsten: Es gibt mehr Pilzarten als Pflanzen, Fische und Säugetiere zusammen genommen. Mindestens 90 Prozent der Arten sind allerdings noch nicht beschrieben, noch viel weniger wirtschaftlich genutzt. ,. Schon mit den wenigen genutzten Arten werden heute hunderte von Milliarden Euro erwirtschaftet – ein noch kaum abschätzbares zukünftiges Potenzial lässt sich daher erahnen, z.B. in der Lebensmittelproduktion (Brot, Käse, Bier oder Wein) oder in der pharmazeutischen Industrie (Erzeugung von Antibiotika)

Schlummerndes Potential der Lebensform nutzbar machen
Pilze sind auch im Hinblick auf die in ihnen ablaufenden zellulären Grundprozesse und in ihrer Eigenschaft als Modellorganismen der Molekularbiologie interessant. Noch ist die grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung auf nur wenige Organismen beschränkt. Im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts soll diese Lücke durch Integration der Vielfalt von Pilzen in ansonsten modellbasierte Forschungsdisziplinen geschlossen werden. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im neuen Schwerpunkt kann außerdem die Entdeckung neuer nutzbarer Substanzen schneller in biotechnologische Prozesse umgesetzt werden.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Prof. Dr. Marco Thines
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) und Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Tel. 069 7542 1833
Email: marco.thines@senckenberg.de

oder

Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Pressereferentin
Tel. 069 7542 1838
Email: sabine.wendler@senckenberg.de
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main
Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK‐F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes‐ Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen‐ und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben.

Sabine Wendler | Senckenberg
Weitere Informationen:
http://www.bikf.de
http://www.senckenberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise