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Pilze – Haustiere der Biologie und Krankheitserreger

09.10.2013
EU-Projekte: Göttinger Wissenschaftler untersuchen Bekämpfung und Nutzung von Pilzen

Pilze sind Gegenstand von zwei neuen internationalen Marie-Curie-Forschungsprojekten mit Beteiligung der Universität Göttingen.


Gießkannenschimmel (Aspergillus): Diese Schimmelpilze beeinflussen menschliches Leben auf ganz unterschiedliche Weise. A. fumigatus gilt als teuerster Pilz in unserem mitteleuropäischen Gesundheitssystem und wirkt als Pathogen auf Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. A. flavus kontaminiert zahlreiche landwirtschaftliche Produkte und bildet das sehr stark krebserregende Gift Aflatoxin. Foto: Universität Göttingen

Pilze produzieren einerseits viele nützliche Substanzen wie das Antibiotikum Penicillin, andererseits sind pilzliche Krankheitserreger eine steigende Bedrohung für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Wissenschaftler des Projekts „QuantFung“ nutzen die synthetische Biologie, um auf molekularer Ebene neue biologische Wirkstoffe für ganz unterschiedliche Anwendungen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung zu gewinnen. Im Gegensatz dazu suchen Forscher am Projekt „Fungibrain“ auf der zellulären Ebene mit genetischen und biochemischen Methoden nach Achillesfersen in der pilzlichen Informationsverarbeitung. Ziel ist hier eine wirksame Bekämpfung von Pilzpathogenen.

Die Göttinger Teilprojekte von „QuantFung“ und „Fungibrain“ sind an der Abteilung Molekulare Mikrobiologie und Genetik der Universität Göttingen unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Braus angesiedelt. Sie dienen der strukturierten Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus ganz Europa.

„Wir freuen uns, Teil zweier exzellenter Netzwerke zu sein, die internationale Forscher auf höchstem Niveau ausbilden“, so Prof. Dr. Reiner Finkeldey, Vizepräsident für Forschung der Universität Göttingen. Daran beteiligt sind akademische Einrichtungen und industrielle Partner aus mehreren europäischen Ländern sowie verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und Bereichen. Die Europäische Union fördert die Marie-Curie-Projekte zunächst vier Jahre lang mit jeweils insgesamt rund vier Millionen Euro.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Gerhard Braus
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Biologie und Psychologie
Abteilung Molekulare Mikrobiologie und Genetik
Grisebachstraße 8, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-3771
E-Mail: gbraus@gwdg.de

Thomas Richter | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/de/426285.html

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