Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Photonics4Life präsentiert das Mini-Labor für unterwegs

12.04.2010
Biologische Nachweise, beispielsweise von Krankheitserregern, erfordern bisher ein großes, herkömmliches Labor. Bis die Probe aber dort ankommt, ist in der Regel viel Zeit verstrichen.

Der Erreger kann sich währenddessen vermehren und Schaden anrichten. Forscher aus dem EU-Netzwerk Photonics4Life haben jetzt einen Biochip in der Größe einer 1-Cent-Münze konstruiert, der biologische Nachweise innerhalb von wenigen Minuten direkt vor Ort erlaubt.

Die Gruppe um Prof. Jürgen Popp vom Institut für Photonische Technologien e.V. aus Jena zusammen mit der Jena Biochip Initiative einer BMBF-geförderten Nachwuchsgruppe an der Friedrich-Schiller Universität bringt per Tintenstrahldrucker Fängermoleküle auf die haarfeinen Spalte des Biochips. Wird die verflüssigte Probe dann über eine Pumpe durch die feinen Kanäle des Chips gespült und der gesuchte Stoff ist enthalten, binden die Fängermoleküle diesen.

Bei dem Prozess wird Silber abgeschieden, was den Spalt elektrisch leitfähig macht. Anhand einer elektrischen Widerstandsmessung können die Forscher auf den gesuchten Stoff und seine Konzentration schließen. "Da unser Hosentaschen-Labor gleichzeitig nach bis zu 40 verschiedenen Biomolekülen wie DNA oder Proteinen suchen kann, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für die biologische Diagnostik", sagt Prof. Popp. Bisher wird der Chip optimiert, um damit Pflanzenschädlinge zu erkennen. DNA-Analysen von Tatverdächtigen, Grundwasserproben oder das Testen von Notfallpatienten auf eingenommene Medikamente sind weitere vielversprechende Einsatzfelder für den Chip.

Den Biochip zeigen die Forscher ab kommender Woche auf der Photonics Europe in Brüssel, der größten Konferenz für wissenschaftliche Neuerungen auf dem Gebiet der Laser- und Optikforschung. Das Schwerpunkt-Thema in diesem Jahr ist die Biophotonik - ein Fachgebiet indem modernste optische Technologien für die Gesundheit eingesetzt werden. Krankheiten lassen sich durch die Biophotonik früher erkennen, ihre Ursachen besser verstehen und gezielter behandeln. Aber auch Umwelt-Einflüsse auf die Gesundheit des Menschen können mit biophotonischen Technologien einfacher und schneller identifiziert und damit bedarfsgerecht beantwortet werden. Mit 134 Beiträgen werden in diesem Feld die meisten wissenschaftlichen Arbeiten in Brüssel vorgestellt. Zwei der größten Koryphäen dieses jungen Gebietes eröffnen die Konferenz: Der Träger des Deutschen Zukunftspreises Prof. Dr. Stefan Hell spricht über die neueste Generation von Mikroskopen, die hoch aufgelöste Filme aus der lebenden Zelle liefern. Der Brite Prof. Kishan Dholakia gibt in seinem Vortrag einen Überblick über Werkzeuge aus Licht, die in lebende Zellen eingreifen und Wirkstoffe direkt hinein transportieren. Am Rande der Konferenz finden zahlreiche Veranstaltungen statt, die sich der Biophotonik widmen, beispielsweise Treffen des EU-Netzwerks Photonics4Life und der weltweiten Organisation Biophotonics4Life.

Photonics4Life ist das europäische Exzellenznetzwerk für Biophotonik. 13 Spitzen- Forschungsinstitute haben sich darin zusammengeschlossen, um eine gesamteuropäische Plattform der Biophotonik für Akademie und Industrie zu etablieren. Das Ziel: Der Forschung einen kohärenten und interdisziplinären Rahmen in dem stark fragmentierten Bereich der Biophotonik in Europa zu bieten. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist es, einen Paradigmenwechsel in der Forschung zu initiieren, indem die Bedürfnisse der potentiellen Anwender von biophotonischer Technik, also von Biologen, Ärzten und Patienten, stärker von Anfang an im Mittelpunkt der Forschung stehen. Hierzu soll auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene der Dialog und die gemeinsame Forschung von technischen Entwicklern und biomedizinischen Anwendern gestärkt werden. Photonics4Life wird von der Europäischen Kommission innerhalb des 7. Rahmenprogramms finanziert.

Ansprechpartner:
Clemens Homann
Europäisches Excellenznetzwerk Photonics4Life
Telefon +49 (0) 3641 206 064
Telefax +49 (0) 3641 206 044
e-Mail clemens.homann@ipht-jena.de
Dr. Robert Möller
Leiter der Nachwuchsgruppe Jena Biochip Initiative
Telefon +49 (0) 3641 206 306
Telefax +49 (0) 3641 206 399
e-Mail robert.moeller@ipht-jena.de

Manuela Meuters | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipht-jena.de
http://www.jbci.uni-jena.de
http://www.photonics4life.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Polymere aus Bor produzieren
18.01.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Modularer Genverstärker fördert Leukämien und steuert Wirksamkeit von Chemotherapie
18.01.2018 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten