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Pflanzenbestimmung leicht gemacht

01.10.2012
Senckenberg-Fotoarchiv „Tropical African Plants“ erweitert
Die Pflanzenbestimmung in Afrika ist einfacher geworden: Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes haben ihre rund 16.000 Bilder umfassende Online-Bestimmungshilfe „Tropical African Plants“ um die Regionen Zentral – und Ostafrika erweitert. Die Fotodatenbank hilft beim Erhalt von Heilpflanzenbeständen und der Ausweisung von Schutzgebieten.

Wer vor der eigenen Haustür eine Pflanze bestimmen möchte, kann auf eine ganze Reihe botanischer Bestimmungsbücher und eine wachsende Anzahl von Internetseiten zurückgreifen. Befindet sich das gesuchte Gewächs aber in einer tropischen Region, wird es für den botanisch Interessierten wesentlich schwieriger. Häufig existieren für exotischere Reisegebiete keine nützlichen Bestimmungshilfen.

Wer dennoch wissen möchte, welche Pflanze er vor sich hat, kann auf die vom Senckenberg eingerichtete Fotodatenbank „Tropical African Plants“ zurückgreifen, zu der weltweit zahlreiche Wissenschaftler beitragen. Seit 2008 finden dort Fachleute und Laien Fotos aus der tropischen Flora Westafrikas – alle von Experten bestimmt und mit ihren Fundorten dokumentiert. Nun ist der virtuelle Pflanzenführer um die Regionen Zentral- und Ostafrika erweitert.
„Die Grundlage unserer Datenbank bilden über 16.000 Fotos zuverlässig bestimmter Arten“, erklärt Dr. Marco Schmidt aus der Abteilung Botanik und Molekulare Evolutionsforschung des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt. „Unbekannte Pflanzen lassen sich so und in Kombination mit Merkmalsdaten von etwa 2.700 dokumentierten Arten problemlos und ohne botanische Vorkenntnisse benennen.“

Mehr als 140.000 Personen haben den Service bereits genutzt – „dabei reicht die Spanne vom Touristen im afrikanischen Nationalpark bis hin zu Forschern, die sich seit Jahren mit der afrikanischen Flora beschäftigen“, ergänzt der Frankfurter Botaniker.

Erstmals gibt es für die botanisch Interessierten die Möglichkeit, sich den Standort der Pflanze direkt über das Internet anzusehen und so eine bessere Vorstellung von deren Lebensraum zu gewinnen. Durch die Verknüpfung mit weiteren Datenbanken wie der „Global Biodiversity Information Facility“ oder der „Map of Life“ werden so völlig neue Nutzungsmöglichkeiten erschlossen: Die mit Koordinaten versehenen Fotos stellen genau lokalisierbare Vorkommensnachweise einer Art dar und können so auch Veränderungen in der Pflanzenwelt dokumentieren. Eine wichtige Voraussetzung, um beispielsweise neue Schutzgebiete auszuweisen.

Ebenfalls hilfreich kann das Bestimmungswerkzeug bei der Sicherung von Heilpflanzenbeständen sein. In Afrika hat die Nutzung von Pflanzen zu medizinischen Zwecken traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Etwa ein Drittel aller in der Datenbank dokumentierten Gewächse können zu den Heilpflanzen gezählt werden.
„Letzlich dient die Datenbank aber auch dazu, einem großen Nutzerkreis die Schönheit und Einzigartigkeit tropischer Pflanzen näher zu bringen – eine wichtige Grundlage für die Bereitschaft die biologische Vielfalt in den Tropen zu schützen und zu erhalten“, schließt Schmidt.

Mehr Informationen unter: www.westafricanplants.senckenberg.de

Kontakt
Dr. Marco Schmidt
Senckenberg Forschungsinstitut
Abteilung Botanik und Molekulare Evolutionsforschung
Tel. 069 97075 1615
marco.schmidt@senckenberg.de

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
judith.joerdens@senckenberg.de

Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt.

Judith Jördens | Senckenberg
Weitere Informationen:
http://www.senckenberg.de

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