Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pflanzen-Chromosomen auf einen Klick - Neues Referenzwerk zur deutschen Flora online

13.12.2016

Senckenberg-Wissenschaftler haben das erste Online-Verzeichnis zu Chromosomenzahlen deutscher Pflanzen erstellt. In der Datenbank befinden sich aktuell über 10.000 Chromosomenzählungen von über 1600 Pflanzenarten. Die Anzahl von Chromosomen gibt Auskunft über die Evolution der Pflanzen und ist ein wichtiges Instrument bei der Arterkennung und dem Schutz der Artenvielfalt.

Der Löwenzahn hat 24 Chromosomen, das Gänseblümchen verfügt über 18 Chromosomen und die Hänge-Birke besitzt 28 dieser Makromolekülkomplexe, die Gene und somit auch Erbinformationen enthalten.


Auch in der neuen Datenbank vertreten: Gold-Fingerkraut (Potentilla aurea)…

© Senckenberg/Paule


...sowie Informationen zu ihrer Chromosomenzahl. Hier zu sehen sind zwei Zellen mit 2n14-Chromosomen.

© Senckenberg

„Die Anzahl von Chromosomen ist für uns Botaniker ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von Pflanzenarten – immer wieder können wir bei bestimmten Pflanzengruppen neue Arten, die äußerlich nicht oder nur schwer unterscheidbar sind, anhand der Anzahl von Chromosomen bestimmen. Außerdem ist die Chromosomenzahl ein wichtiges Merkmal zur Erforschung der Evolution“, erklärt Dr. Juraj Paule aus der Abteilung für Botanik und Molekulare Evolutionsforschung vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und ergänzt: „Bisher gab es hierfür in Deutschland – im Gegensatz zu unseren Nachbarländern – keine einheitliche Quelle. Die Informationen waren auf viele verschiedene, oft schwer zugängliche, Fachjournale verteilt.“

Diesem Manko haben sich Kollegen aus dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und dem Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt angenommen: Sie erstellten die erste Online-Chromosomen-Datenbank für die deutsche Pflanzenwelt.

„Unser Ziel war es die bisher schwer erhältlichen Daten zu Chromosomensätzen der heimischen Flora zu bündeln und für jeden einfach und schnell zugänglich zu machen“, ergänzt PD Dr. Thomas Gregor.

Um eine gute Vergleichbarkeit zu gewährleisten orientiert sich der Aufbau der Datenbank an dem von Werner Rothmaler entwickelten botanischen Standardwerk „Exkursionsflora von Deutschland“. Die Datenbank zeigt neben der Anzahl der Chromosomen auch kartografisch, wo die entsprechenden Pflanzen gefunden wurden und gibt Informationen zu den Originalpublikationen.

Zukünftig möchten die Frankfurter und Görlitzer Botaniker alle derzeit bekannten aber auch noch unveröffentlichte Daten zu Chromosomenzahlen in ihre Datenbank einpflegen und „so einen Beitrag leisten, um Pflanzenvielfalt und ihre Entstehung besser verstehen zu können, diese zu schützen und zu erhalten“, resümiert Abteilungsleiter Prof. Dr. Georg Zizka.

Kontakt
Dr. Juraj Paule
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
Tel. 069 97075 1158
Juraj.paule@senckenberg.de

Prof. Dr. Georg Zizka
Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Tel. 069 97075-1166
georg.zizka@senckenberg.de

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de

Publikation
Paule J, Gregor T, Schmidt M, Gerstner E-M, Dersch G, Dressler S, Wesche K, Zizka G 2016. Chromosome numbers of the flora of Germany – a new online database of georeferenced chromosome counts and flow cytometric ploidy estimates. Plant Systematics and Evolution, doi:10.1007/s00606-016-1362-y

Die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt an Lebensformen zu erforschen und zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen erhalten und nachhaltig nutzen zu können - dafür arbeitet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit nunmehr fast 200 Jahren. Diese integrative „Geobiodiversitätsforschung“ sowie die Vermittlung von Forschung und Wissenschaft sind die Aufgaben Senckenbergs. Drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden zeigen die Vielfalt des Lebens und die Entwicklung der Erde über Jahrmillionen. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main wird von der Stadt Frankfurt am Main sowie vielen weiteren Partnern gefördert.

Mehr Informationen unter www.senckenberg.de

Judith Jördens | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Weitere Berichte zu: Chromosomen Evolution Naturforschung Pflanzenarten Senckenberg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns
24.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics