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OpenUp! Pflanzensammlungen und Schmetterlingskästen für breite Öffentlichkeit digital geöffnet

03.03.2011
Der Titel des neuen EU-Projektes „OpenUp!“ steht für die Öffnung von über einer Million naturkundlicher Multimediaobjekte für die breite Öffentlichkeit.

OpenUp! wird vom Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem der Freien Universität Berlin koordiniert. Die Europäische Union fördert das Vorhaben mit 3,5 Millionen Euro für drei Jahre. Zum Projektstart treffen sich am 9. März 2011 im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 23 führenden naturkundlichen Institutionen aus 12 europäischen Staaten.

Über 1 Million naturkundlicher Multimediaobjekte

Über eine Million naturkundlicher Multimediaobjekten wie Bilder und Tondokumente werden künftig der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Es sind Bilder von Objekten botanischer und zoologischer Sammlungen, wie getrocknete und gepresste Pflanzenbelege (Herbarbögen), Schmetterlingskästen oder Präparate. Die Tondokumente umfassen beispielsweise Vogelstimmen und Videoaufnahmen. Auch historische Zeichnungen und Gemälde naturhistorischen Inhaltes sind in digitalisierter Form darunter.

Verbindung von Kultur und Natur

Im Rahmen des Projektes „OpenUp!“ werden die naturkundlichen Multimediaobjekte aufbereitet und in hoher Qualität über die europäische Datenbank „Europeana“ zukünftig verfügbar gemacht. Das Portal „Europeana“ ist seit 2008 online (http://www.europeana.org). Es erschließt und vereint das kulturelle und wissenschaftliche Erbe Europas und öffnet es für die breite Öffentlichkeit. Bisher umfassen die Daten in „Europeana“ allerdings vorrangig kulturgeschichtliche Daten. Mit dem Projekt „OpenUp!“ werden naturwissenschaftliche Daten integriert. Damit rücken Kultur und Natur, Kulturgeschichte und Naturgeschichte endlich so eng zusammen, wie es bisher nur ganz vereinzelt möglich war. Wo immer in bildender Kunst, Literatur und historischer Technik Pflanzen und Tiere auftreten, wird „OpenUp!“ das komplementäre Expertenwissen aus naturkundlichen Sammlungen bereitstellen.

Landessprachliche Pflanzen- und Tiernamen haben Schlüsselfunktion

Europäische naturkundliche Sammlungen enthalten hunderte Millionen Sammlungsobjekte, die der Wissenschaft zu Forschung und Vergleichszwecken zur Verfügung stehen. Mit Einzug der Computertechnik wurden Sammlungsdaten zunehmend digitalisiert und seit der Jahrtausendwende in Netzwerke eingebunden, wo sie heute über GBIF (http://www.gbif.org) für die Wissenschaft bereitstehen. Allerdings wird der Wert dieses in Fachkreisen fest etablierten Netzwerks bisher durch die breite Öffentlichkeit wenig wahrgenommen. Dies liegt auch an der traditionellen Verwendung von wissenschaftlichen Namen der Tiere und Pflanzen als Such- und Schlüsselbegriffe. Das Projekt „OpenUp!“ wird für eine Überwindung dieses Hindernisses durch die Aufbereitung und Einbindung landessprachlicher Pflanzen- und Tiernamen sorgen. Denn ein Normalbürger fragt nach Eiche und Esche, nicht nach Quercus und Fraxinus.

Fragen der breiten Öffentlichkeit werden beantwortet

Das Projekt „OpenUp!“ erleichtert künftig die Beantwortung zahlreicher Fragen der allgemeinen Öffentlichkeit wie: „War es die Nachtigall und nicht die Lerche? Wie sehen die beiden aus und wie klingen sie?“ oder „Gibt es noch mehr Information zu biblischen Pflanzen wie Weihrauch, Myrrhe, Olivenbaum, Weinrebe, Dattelpalme und Feige?“ oder „Welche Pflanzen hat Alexander von Humboldt in Amerika gesammelt, die nachher beschrieben und in Kupfer gestochen wurden?“.

Vorarbeiten und Projektpartner

Initiiert wurde das Projekt von Institutionen des „Consortium of European Taxonomic Facilities“ (CETAF) und Mitgliedern der Global Biodiversity Information Facility (GBIF). Die Projektvorbereitung wurde durch Mittel des Präsidiums der Freien Universität Berlin unterstützt. Projektpartner sind 23 führende naturkundliche Institutionen aus 12 europäischen Staaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Niederlande, Österreich, Slowakei, Tschechische Republik. Zu den deutschen Institutionen zählen der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin-Dahlem der Freien Universität Berlin, das Museum für Naturkunde/Berlin und das Zoologische Forschungsmuseum König/Bonn.

Weitere Information gibt Ihnen gern:
Prof. Dr. Walter G. Berendsohn, Freie Universität Berlin, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem, Telefon: 030 / 838-50143, E-Mail: OpenUpCoord@bgbm.org

Gesche Hohlstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.europeana.eu
http://www.botanischer-garten-berlin.de

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