Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuseeländischen Wissenschaftlern gelingt Durchbruch in der Stammzellenforschung

08.03.2012
Forscher der University of Auckland in Neuseeland haben einen Bereich der Medizin erforscht, der die internationale Wissenschaft seit Jahrzehnten beschäftigt.
Im Rahmen einer Studie der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften identifizierten sie einen molekularen Mechanismus, der bei Infektionen die Vermehrung von Blutstammzellen bei Tieren auslöst. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Blutstammzellen und Vorläuferzellen direkt auf entzündliche Stressfaktoren reagieren können, indem sie sich vermehren und sich in die benötigten reifen Blutzellen differenzieren.

Die Entdeckung eröffnet neue Perspektiven in der Stammzellenforschung und verdeutlicht, wie sensibel der Blutkreislauf auf stressauslösende Faktoren reagiert. Die neuen Erkenntnisse darüber, wie Mikroben mit den Stammzellen kommunizieren, werden sich wesentlich auf die Behandlung von Infektionen und vieler Krankheiten auswirken, die eine entzündliche Komponente aufweisen, so beispielsweise auch auf die Behandlung von Krebs.

"Interessant ist die langfristige Auswirkung besonders im Hinblick auf die Frage, wie das Wachstum und die Entwicklung von Stammzellen auf therapeutischem Wege beeinflusst werden können. Weltweit versuchen Wissenschaftler derzeit, Moleküle zu identifizieren, die zur Steigerung der Anzahl von Blutstammzellen eingesetzt werden können", sagte Phil Crosier, Professor an der Fakultät für Molekularmedizin und Pathologie.

"Schon seit langem haben Wissenschaftler vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen Infektionen und der Funktion von Blutstammzellen gibt. Wie die Infektionen Informationen an die Blutzellen weitergeben, konnten wir jedoch nicht wirklich nachvollziehen. Wir haben nun einen neuen überraschenden Mechanismus entdeckt, der Infektionen und das Verhalten von Stammzellen miteinander verbindet."

Dr. Chris Hall leitete die zweijährige Studie, die vom neuseeländischen Ministerium für Wissenschaft und Innovation finanziert wurde. Er erklärte, dass der Zusammenhang durch einen glücklichen Zufall entdeckt wurde: "Rein zufällig haben wir bei der Infektion eines Zebrafischembryos festgestellt, dass sich die Stammzellenanzahl erhöhte und wollten daraufhin den Mechanismus verstehen, der dahintersteckte. Wir haben die beiden Forschungsbereiche ausgeschöpft und Infektionen genutzt, um einzigartige Einblicke in das Verhalten von Stammzellen zu gewinnen."

Bevor jedoch tatsächlich Medikamente hergestellt werden, die den Signalweg zwischen den Mikroben und den Stammzellen nachahmen, müssen die Forscher die Untersuchungsergebnisse an Säugetieren weiter gründlich erforschen.

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593

Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de/
http://www.ranke-heinemann.at/
http://www.ranke-heinemann.tv/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geckos kommunizieren überraschend flexibel
29.05.2017 | Max-Planck-Institut für Ornithologie

nachricht Bauchspeicheldrüsenkrebs: Forschungsgruppe erprobt erfolgreich neue Diagnose- und Therapieansätze
29.05.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise