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Neues wichtiges Haarausfall-Gen entdeckt

13.10.2008
Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Düsseldorf haben ein neues wichtiges Haarausfall-Gen entdeckt. Die Forscher untersuchten in ihrer Studie mehr als 500.000 Stellen im menschlichen Erbgut.

Dabei stießen sie auf eine Genvariante, die bei kahlköpfigen Männern deutlich häufiger vorkommt als bei Kontrollpersonen. Die Ergebnisse erscheinen in der kommenden Ausgabe der Zeitschrift "Nature Genetics" und sind ab dem 12.10. 19 Uhr online abrufbar (doi: 10.1038/ng.228).

Schon 2005 hatten dieselben Wissenschaftler ein erstes Haarausfall-Gen identifiziert, das über die Mutter vererbt wird. Darum schlagen Männer in punkto Haarausfall oft nach ihrem Großvater mütterlicherseits. Das neu entdeckte Gen erklärt dagegen Ähnlichkeiten in der Hauptbehaarung zwischen Vater und Sohn.

Es ist erst die zweite Erbgut-Region, die zweifelsfrei mit dem vorzeitigen Haarverlust in Verbindung gebracht werden kann. Die Forscher versuchen nun herauszufinden, welche Funktion das betroffene Gen beim Haarwachstum übernimmt. Erst dann lässt sich abschätzen, ob sich hierdurch neue Möglichkeiten für die Therapie ergeben.

Die Wissenschaftler vermuten, dass für den vorzeitigen Haarverlust noch weitere Gene verantwortlich sind. Für die Fortsetzung ihrer Studie suchen sie nach weiteren Probanden. Teilnehmen können Männer unter 40 Jahren mit weit fortgeschrittenem Haarausfall sowie Männer über 60 mit vollem Haar. Alle Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung. Nähere Informationen sind bei PD Dr. Roland Kruse, Universitäts-Hautklinik Düsseldorf, Telefon 0211/8116360 oder E-Mail Roland.Kruse@med.uni-duesseldorf.de erhältlich.

Interessant sind die Befunde unter anderem für die Vererbungswege: So liegt das zuvor einzige bekannte Risiko-Gen für den Androgenrezeptor auf dem X-Chromosom. Es wird also von der Mutter vererbt - daher schlagen Männer in punkto Haarausfall oft nach ihrem Großvater mütterlicherseits. Das neu entdeckte Gen liegt dagegen auf Chromosom 20 und kann sowohl von der Mutter als auch vom Vater vererbt werden. Dadurch lassen sich Ähnlichkeiten zwischen Vater und Sohn erklären.

Prof. Dr. Markus M. Nöthen | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

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