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Neues Projekt zur Schaffung eines pan-europäischen Netzwerks für mikrobiologische Ressourcen

26.03.2009
Ziel einer neuen EU-finanzierten Initiative ist die Schaffung eines pan-europäischen Netzwerks aus Forschungszentren, die Proben aus mikrobiologischem Material wie Bakterien, Viren und Schimmelpilzen sammeln, analysieren und konservieren.

Das dreijährige Projekt EMBARC (European consortium of microbial resource centres) ist ein europäisches Konsortium aus biologischen Ressourcen-Zentren und wird mit 4,2 Mio. EUR über den Themenbereich "Infrastrukturen" des Siebten Rahmenprogramms (RP7) der EU finanziert.

EMBARC vereint 10 europäische Forschungsorganisationen in 7 Ländern, die insgesamt mehr als 200.000 Mikrobenzelllinien eingelagert haben, darunter auch die 1892 isolierte und somit weltweit älteste Bakterienzelllinie am Französischen Institut für Agrarforschung (INRA).

Ein Hauptziel des Projekts ist die Harmonisierung der von den einzelnen Organisationen verwendeten Konservierungs- und Identifizierungsverfahren. Besonders interessiert ist das Konsortium an der Einrichtung einer DNA-Datenbank, um den wachsenden Bedarf der Wissenschaft nach mikrobiellen Ressourcen zu befriedigen. Dazu müssen existierende DNA-Konservierungsmethoden verbessert werden, besonders bei Proben mit langen Lagerungszeiten. Die Projektpartner untersuchen außerdem neue Möglichkeiten zur Klassifizierung und Identifizierung von Mikroorganismen.

"Mikroorganismen können nicht wie in einem Museum verwahrt werden, es ist keine statische Sammlung, man muss sie ständig erweitern und neue Verfahren zur Identifizierung und Konservierung entwickeln", kommentierte Chantal Bizet vom Institut Pasteur in Frankreich, das zusammen mit INRA das EMBARC-Projekt koordiniert.

Ein weiteres wichtiges Projektziel ist die Suche nach geeigneten Finanzierungsmodellen, darunter auch private Geldgeber, um die Zukunft des Netzwerks auf lange Sicht zu gewährleisten.

"Die Qualität von Bioressourcen ist ein maßgeblicher Faktor bei allen Forschungsbemühungen zur Charakterisierung und Förderung der biologischen Vielfalt", sagte Sylvie Lortal vom INRA. "Die langfristige Sicherung dieser Sammlungen und ihre nachhaltige Finanzierung ist eines der Hauptziele des EMBARC-Projekts."

Die von den Projektpartnern eingelagerten Mikroorganismen finden Einsatz in vielen Bereichen, z.B. in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, der landwirtschaftlichen Nahrungsmittelproduktion und pharmazeutischen Industrie sowie in Krankenhäusern. Einen neu entwickelten Impfstoff will ein Forscher beispielsweise an Zelllinien testen, die vor Anbruch des Antibiotika-Zeitalters konserviert wurden. Die biologischen Ressourcen-Zentren besitzen Zelllinien, die älter als 70 Jahre sind und aus Zeiten stammen, in denen noch keine Antibiotika eingesetzt wurden.

Die EMBARC-Partner planen die Ausschreibung von Projekten, in denen sie ihre Ressourcen, Labortechnik und Expertise vielen Wissenschaftsbereichen zur Verfügung stellen. Zu den Leistungen, die die Projektpartner offerieren, gehören Lehrgänge, Identifizierung von Arten, die Authentifizierung von Forschungsmaterial sowie Hochdurchsatzverfahren, mit denen große Probenmengen analysiert und verglichen werden können.

Durch Zusammenarbeit und Harmonisierung ihrer Aktivitäten legen die EMBARC-Partner den Grundstein für das zukünftige internationale Bio-Netzwerk GBRCN (Global Biological Resource Centre Network) und sichern europäischen Forschern damit einen Spitzenplatz in dieser internationalen Initiative.

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.kooperation-international.de

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