Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Tuberkuloseimpfstoff in Deutschland in der klinischen Phase

11.09.2008
Nach über 80 Jahren hat in Deutschland zum ersten Mal ein viel versprechender Lebendimpfstoff gegen Tuberkulose den Schritt in die klinische Prüfung geschafft: Seit Montag dieser Woche wird der neue Impfstoff mit der Bezeichnung "VPM1002" in der klinischen Phase I in Neuss, Deutschland, an freiwilligen Probanden auf seine Sicherheit getestet.

Er basiert auf einer seit 1921 eingeführten und sehr sicheren Vakzine. Gentechnisch ist die Impfung so weiter entwickelt worden, dass sie wesentlich wirksamer eine Infektion mit Tuberkulose-Bakterien verhindert als der Vorgänger. Bisher hat sich der VPM 1002 im Tiermodell als äußerst wirksam und sicher erwiesen. "Dieser gute Schutz muss nun auch am Menschen nachgewiesen werden, damit der Impfstoff reif für die eigentliche Zulassung wird", erläutert der Geschäftsführer der Vakzine Projekt Management GmbH (VPM), Bernd Eisele.

Das Unternehmen VPM koordiniert die anwendungsorientierte Entwicklung von Impfstoffen. Es handelt sich dabei um eine Öffentlich-Private Partnerschaft, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2002 gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung angeregt hat. "Wir stellen sicher, dass hervorragende Ergebnisse aus der Grundlagenforschung auch wirklich den Menschen zu Gute kommen und den Weg in die Anwendung finden", sagt der klinische Projektleiter Hans von Zepelin.

Dabei helfe die ausgezeichnete Vernetzung der VPM in der deutschen Wissenschaftslandschaft, wie der wissenschaftliche Geschäftsführer am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Rudi Balling, feststellt: "Die VPM weiß genau, wo viel versprechende Projekte schlummern. Mit ihrer Hilfe können wir, die Forscher, zeigen, dass unsere Ideen den Menschen helfen, gesund zu bleiben."

Mit finanzieller Förderung des BMBF hat die VPM den neuen Tuberkuloseimpfstoff vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie lizenziert. Dort wurde die wissenschaftliche Basis von dessen Gründungsdirektor Stefan H. E. Kaufmann gelegt: "Der neue Impfstoff baut auf dem weltweit am häufigsten verabreichten Lebendimpfstoff Bacille Calmette-Guérin (BCG) auf. Mittlerweile zeigt BCG häufig keine Wirkung mehr. Wir haben die stumpf gewordene Waffe BCG wieder scharf gemacht."

Wie dies gelang, beschreibt Leander Grode, damals wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Stefan Kaufmann, heute Projektleiter in der VPM: " Der abgeschwächte Impfstoff wurde gentechnisch so verändert, dass er sich vor dem menschlichen Immunsystem nicht mehr verstecken kann, sondern sogar die körpereigene Abwehr stimuliert." Dafür wurde ein Gen aus anderen Bakterien, Listerien, in den Impfstoff eingebaut. "Fresszellen des menschlichen Immunsystems nehmen den Impfstoff sofort auf. Dort landen sie in Verdauungsbläschen", sagt Grode: "Dank der gentechnischen Modifikation können sich die Bakterien aus den Bläschen befreien. So gelangen sie mitten in der Immunzellen - und die alarmieren das restliche Immunsystem, das nun gegen echte Tuberkulose-Erreger gewappnet wird."

Ihre Ansprechpartner

Hannes Schlender (Pressesprecher)
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Public relations
Inhoffenstraße 7
D - 38124 Braunschweig
Tel +49 (0) 531.6181-1402
Fax +49 (0) 531.6181-1499
Hannes.Schlender@helmholtz-hzi.de
Dr. med. Bernd Eisele (CEO)
Vakzine Projekt Management GmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mellendorferstrasse 9 / D-30625 Hannover
Tel +49 (0) 511 1699080
Fax +49 (0) 511 169908-29
eisele@vakzine-manager.de

Hannes Schlender | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält
22.05.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus
22.05.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie