Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Forschungsschwerpunkt am TWINCORE – Institut für Experimentelle Virologie erforscht RNA-Viren

12.06.2012
Die Abteilung Experimentelle Virologie am TWINCORE wird zu einem Institut und kann dadurch in Zukunft neue wichtige Forschungsfelder erschließen.

Der Fokus wird nicht mehr, wie bislang, allein auf dem Hepatitis-C-Virus (HCV) liegen. „Wir wollen unsere Kompetenz auf dem Gebiet der Hepatitis C weiter entwickeln. Darüber hinaus werden wir in Zukunft einen weiteren humanpathogenen Erreger aus der Gruppe der RNA-Viren, das Respiratorische-Synzytial-Virus (RSV), untersuchen.

Mit dieser Erweiterung unseres Spektrums ergänzen wir den Bereich der DNA-Viren an der MHH und stärken den Virenstandort Hannover-Braunschweig“, sagt Thomas Pietschmann, Leiter des Instituts.

RNA-Viren sind sehr variable Krankheitserreger, die Auslöser vieler humaner Infektionskrankheiten sind. Mumps, Masern, auch die neuen Spielarten der Influenza und SARS gehören zu dieser Gruppe von Erregern. „RSV ist weltweit verbreitet und vor allem ein Problem bei Kleinkindern und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, beispielsweise durch die Immunsuppression nach Transplantationen.“ Das Virus löst eine Entzündung der Atemwege aus, die bisweilen schwer verläuft. Derzeit gibt es kaum Therapiemöglichkeiten und auch keinen Impfstoff, der vor der Ansteckung mit dem Virus schützt.

Das Robert Koch Institut schätzt, dass etwa 2% der RSV-Atemwegserkrankungen bei Kleinkindern tödlich verlaufen. In enger Zusammenarbeit mit den Kliniken für Pneumologie (Prof. Dr. Tobias Welte) sowie für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie (Prof. Dr. Gesine Hansen) an der Medizinischen Hochschule Hannover wird das TWINCORE-Team in Zukunft die Mechanismen erforschen, die hinter der Infektion stehen.

„Wir nähern uns dem Virus auf molekularer Ebene“, erklärt der Leiter des Instituts für Experimentelle Virologie. Die Wissenschaftler werden die Eintrittsmechanismen des Virus in die Lungenzellen untersuchen; erforschen, wie sich das Virus in den Lungenzellen vermehrt und nach zellulären Molekülen fahnden, die die Vermehrung des Virus steuern.

„Wir nutzen die Erfahrungen und Technologien, die wir über viele Jahre mit dem Hepatitis-C-Virus gesammelt haben, für einen neuen Erreger und ein neues Organ-Umfeld“, so Thomas Pietschmann. Hierbei bauen die Forscher auf die bereits bestehenden starken Forschungsnetzwerke zur MHH und zum Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig bis hin zum Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS).
„Diese Forschungsachse ermöglicht uns nicht nur die Untersuchung der Virusvermehrung, sondern auch die Prüfung von Wirkstoffen, die am HZI und am HIPS produziert und charakterisiert werden.“

Neben den bestehenden Kooperationen eröffnet die Erforschung eines Lungenerregers neue Kooperationsmöglichkeiten mit Kliniken und bietet auch jungen Ärzten die Möglichkeit, sich in der virologischen Forschung zu etablieren. Das sind wichtige Impulse für die translationale Forschung in der Region Hannover-Braunschweig: Grundlagenforschung und Kliniken rücken wieder ein Stück näher zusammen.

Dr. Jo Schilling | idw
Weitere Informationen:
http://www.twincore.de/presse-und-oeffentlichkeit/mitteilungen/newsdetails/artikel/254/4/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie
22.02.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Erster Atemzug prägt Immunsystem nachhaltig
22.02.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften