Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Bakterienstamm nutzt Methanol als Nahrungsquelle

06.03.2015

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich haben einen neuen Bakterienstamm entwickelt, dem Methanol, ein einfacher und preisgünstiger Alkohol, als Nahrungsquelle dient. Ihre Forschungsergebnisse könnten dazu beitragen, dass zukünftig für die biotechnologische Produktion wichtiger chemischer Substanzen weniger zuckerhaltige Rohstoffe genutzt werden müssen und so die Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln umgangen wird. Die Neuentwicklung stellen die Biotechnologen in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Applied and Environmental Microbiology" vor.

Bisher kam Methanol in biotechnologischen Prozessen nur begrenzt zum Einsatz. Es gibt zwar Mikroorganismen, die diesen Alkohol als Kohlenstoffquelle nutzen und auf diesem Substrat wachsen können. Doch diese Organismen können interessante Substanzen wie zum Beispiel Aminosäuren nicht in den Mengen synthetisieren, die eine biotechnologische Produktion wirtschaftlich machen.

Mit dem Bakterium Corynebacterium glutamicum hingegen werden bereits in großtechnischem Maßstab pro Jahr auf der Basis von Zuckern mehrere Millionen Tonnen verschiedener Aminosäuren produziert.

Die Jülicher Forscher übertrugen nun Gene der Bakterien, die Methanol als Kohlenstoffquelle nutzen können, mittels sogenannter "Genfähren" in Corynebacterium glutamicum.

Ergebnis: Der neue Stamm ist in der Lage, Methanol zu Formaldehyd zu oxidieren, das dann mittels des sogenannten Ribulose-Monophosphat-Weges dem Zentralstoffwechsel zugeführt wird. Methanol kann somit von Corynebacterium glutamicum als zusätzliche Kohlenstoffquelle genutzt werden – bei Wachstum auf (weniger) Zucker.

Um den neuentwickelten Stamm für den industriellen Einsatz fit zu machen, soll nun die Aufnahme von Methanol durch das Bakterium verbessert werden. Die Forscher entwickeln außerdem einen Prozess für die Fütterung von Methanol in Bioreaktoren.

Originalveröffentlichung:

Sabrina Witthoff et al.: Metabolic Engineering of Corynebacterium glutamicum for Methanol Metabolism. Applied and Environmental Microbiology (AEM), 2015 Mar 15; 81(6): 2215-25; DOI:10.1128/AEM.03110-14;
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25595770

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Ansprechpartner:

Dr. Jan Marienhagen
Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1):
Tel. 02461 61-2843
E-Mail: j.marienhagen@fz-juelich.de

Sabrina Witthoff
Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1):
Tel.: 02461 61-6773
E-Mail: s.witthoff@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, M.A., Pressereferent
Tel. 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2015/15-03-06bakterium.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen
21.05.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Junger Embryo verspeist gefährliche Zelle
18.05.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics