Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Werkzeuge zum Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt

13.10.2016

Tagtäglich wird eine nicht zu überschauende Anzahl von Substanzen in unsere Umwelt eingetragen, die diese beeinträchtigen und im ungünstigsten Fall auch die menschliche Gesundheit gefährden können. Um die Gefahr einzustufen, die für Mensch und Umwelt von organischen Mikroverunreinigungen und deren Transformationsprodukten ausgeht, soll eine neue Nachweismethode entwickelt werden. Daran arbeitet die Bundesanstalt für Gewässerkunde gemeinsam mit einem israelischen Partner im Forschungsprojekt TREES.

Beabsichtigt oder unbeabsichtigt – durch den Menschen wird ein großes Spektrum von Substanzen in die Umwelt eingebracht, die z. B. über Grundwasser oder die Nahrungskette eine Gesundheitsgefahr darstellen können.


Dünnschichtchromatographie im BfG-Labor

Michael Hils / BfG

Eine umfassende Überwachung dieser eingebrachten Verbindungen mittels einer gezielten chemischen Analyse ist aufgrund der Vielzahl der Substanzen nicht möglich, nicht zuletzt weil Stoffe in der Umwelt verschiedensten Umwandlungsprozessen unterliegen. Dadurch können unbekannte Umwandlungsprodukte entstehen, die sich den gängigen Messmethoden entziehen, aber durchaus nachteilige Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben können.

An diesem Punkt setzt das Projekt „TREES - TRacking Effects of Environmental organic micro-pollutants in the Subsurface“ an. Die Grundidee des Vorhabens besteht in einer direkten Kopplung von Dünnschichtchromatographie zur Trennung von Substanzgemischen mit biologischen und chemischen Nachweismethoden.

Durch die Nutzung spezifischer biologischer Verfahren, z. B. zur Erkennung hormonell aktiver Substanzen, werden alle Stoffe in einer Probe erkannt, die diese in der Umwelt unerwünschte Eigenschaft haben. Dies schließt die oben genannten, unbekannten Umwandlungsprodukte mit entsprechender biologischer Wirkung mit ein. Die so nachgewiesenen Substanzen können anschließend durch chemische Methoden identifiziert werden.

Dieser methodische Ansatz kann für eine Vielzahl von Fragestellungen und Aufgaben, z. B. die Überwachung von Oberflächen-, Grund- und Trinkwasser, aber auch die Kontrolle von Kläranlagen oder Deponiesickerwässern eingesetzt werden. Damit kann diese Technik entscheidend dazu beitragen, Mensch und Umwelt vor schadhaften Effekten durch freigesetzte Substanzen zu schützen.

Im Verbundprojekt TREES arbeiten die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz gemein-sam mit der Hebrew University, Jerusalem, an der Entwicklung neuartiger Werkzeuge zum Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt. TREES hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird im Rahmen der deutsch-israelischen Kooperation in der Wassertechnologieforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie vom israelischen Wissenschaftsministerium (MOST) gefördert.

Weitere fachliche Informationen:
Dr. Sebastian Buchinger, Fon 0261/1306 5316, Mail: buchinger@bafg.de
Dr. Georg Reifferscheid, Fon 0261/1306 5176, Mail: reifferscheid@bafg.de,
beide: Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz.

Pressekontakt: Dr. Sebastian Kofalk, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Am Mainzer Tor 1, 56068 Koblenz, Fon: 0261/1306 5330, Mail: kofalk@bafg.de

Dipl.-Met. Alfred Hommes | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.bafg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Hausschwamm als Chemiker

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie