Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Verfahren zur Altersbestimmung von Elfenbein

25.02.2011
Regensburger Forscher fördern den Artenschutz

Die internationale Staatengemeinschaft hat mit dem Washingtoner Artenschutzabkommen verbindliche Vereinbarungen zum Schutz gefährdeter Tierarten getroffen.

Dazu gehören auch der afrikanische Elefant und natürlich das Elfenbein in den Stoßzähnen der Tiere. Eine klare Unterscheidung zwischen legal handelbarem und illegalem Elfenbein ist dabei an den Zeitpunkt geknüpft, an dem der Tod des Tieres eingetreten ist. Eine zweifelsfreie Feststellung ist allerdings nicht immer möglich.

Hier setzt ein Forschungsprojekt am Institut für Analytische Chemie, Chemo- und Biosensorik der Universität Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Otto Wolfbeis und Dr. Robert Schupfner an. Das Projekt „Datierung von Elfenbein durch Ermittlung des Isotopenprofils“, das vom Bundesamt für Naturschutz bis Mitte 2012 mit 130.000 Euro gefördert wird, soll neue Analysemethoden entwickeln, die eine eindeutige Datierung von Elfenbein für den Zeitraum ermöglichen, der für das Washingtoner Artenschutzabkommen wesentlich ist – von (vor) 1955 bis heute.

Das Team aus Regensburger Chemikern, Physikern und Biologen setzt für seine Arbeit bei der Untersuchung von instabilen Atomen an, deren Kerne radioaktiv zerfallen (Radionuklide). Verschiedene Radionuklide werden während eines Elefantenlebens durch die Nahrungsaufnahme im Elfenbein eingelagert. Die Anzahl der radioaktiven Kerne einer bestimmten Atomsorte, die pro Sekunde in einer definierten Menge an Elfenbein zerfallen („Aktivität“), ist maßgeblich für die Zeit der Einlagerung und den Zeitraum nach dem Eintritt des Todes eines Tieres. Vor diesem Hintergrund wollen die Forscher neue Techniken testen, die es ermöglichen, auch sehr geringe „Aktivitäten“ von geeigneten Radionukliden wie Radiokohlenstoff, Radiostrontium oder Thorium genau zu bestimmen.

Im Rahmen ihrer Untersuchungen greifen die Wissenschaftler auf eine Kombination aus speziellen radiochemischen Reinigungs- und Kernstrahlungsmessverfahren zurück. Zudem prüfen die Wissenschaftler auch durch einen Vergleich mit unabhängig datiertem Elfenbein, ob sich das neue Verfahren prinzipiell dazu eignet, die Umsetzung des Washingtoner Artenschutzabkommen zu unterstützen.

Traditionelle Methoden zur Altersbestimmung von Elfenbein:
Die Standardmethode der Altersbestimmung von kohlenstoffhaltigen Materialien wie Elfenbein ist die Radiokohlenstoffdatierung (Radiokarbonmethode). Obwohl in diesem Zusammenhang sehr gute und genaue Messverfahren verfügbar sind, kann unter bestimmten Bedingungen das Alter von Elfenbein nicht immer eindeutig ermittelt werden. Die Ursache dafür liegt in der Einlagerung von Radiokohlenstoff in Lebewesen durch den globalen Fallout der atmosphärischen Kernwaffentests zwischen 1945 und 1980. Neuartige Verfahren, die auch die radioaktiven Eigenheiten der zu untersuchenden Materialien berücksichtigen, haben demnach große Vorteile
Ansprechpartner für Medienvertreter:
Dr. Robert Schupfner
Universität Regensburg
Institut für Analytische Chemie, Chemo- und Biosensorik
URA-Laboratorium
Tel.: 0941 943-4939
Robert.Schupfner@chemie.uni-regensburg.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einblick ins geschlossene Enzym
26.06.2017 | Universität Konstanz

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie