Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Testsysteme für eine verbesserte Medikamentenentwicklung und Tumorbehandlung

14.08.2012
Entwicklung komplexer Zellkulturchips auf einer mikrofluidischen Plattform
Kritische Nebenwirkungen von Medikamenten frühzeitig in der Entwicklung zu erkennen und die Entstehung von Tumoren quasi im Reagenzglas zu verfolgen – dies sind nur zwei der drängenden Aufgaben in der Gesundheitsforschung, deren Umsetzung durch eine neue Klasse von Testsystemen möglich werden soll.

In einem durch das Land Baden-Württemberg finanzierten Verbundprojekt in Höhe von 500.000 Euro setzen zwei Institute der Innovationsallianz BW - das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut (NMI) an der Universität Tübingen, Reutlingen, und das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft e.V. (HSG-IMIT), Villingen-Schwenningen und Freiburg - modernste Mikrosystemtechnik ein, um zwei Anwendungsbeispiele für diese neuartigen Zellkulturchips zu realisieren.

Am NMI werden Zellen mittels elektrischer Felder zu sogenannten „künstlichen Mikroorganen“ angeordnet. Auf diese Weise bilden sie die kleinste funktionelle Einheit eines Organs wie z.B. der Leber nach. Dabei ist es extrem wichtig, den Zellen in den Mikrokanälen und -kammern eine Umgebung zu bieten, die der im Organ entspricht. Dazu gehören die korrekte Gewebestruktur, eine Beschichtung der Kammerwände mit Proteinen, die auch im Organ die Zellen umgeben, sowie ein kontinuierlich strömendes Nährmedium, das den Blutfluss im Gewebe nachstellt. Unter diesen Voraussetzungen behalten die Zellen ihre natürlichen Eigenschaften und lassen sich dazu verwenden, die Wirkung von Substanzen im menschlichen Organismus vorherzusagen. Damit wäre für die Medikamentenentwicklung die Grundlage geschaffen, um Nebenwirkungen von Substanzen früher zu erkennen und bisher notwendige Tierversuche zu vermeiden.

Das HSG-IMIT wird einen Chip zur Kultivierung, Identifizierung und Charakterisierung adulter Stammzellen aus der Prostata von Mäusen entwickeln. Stammzellen spielen einerseits eine wichtige Rolle bei der Geweberegeneration. Andererseits stehen sie im Verdacht, an der Entstehung von Prostatakrebs beteiligt zu sein. Der neuartige Kultivierungschip soll helfen, die Vorgänge bei der Krebsentstehung aufzuklären und den Weg für verbesserte Behandlungsmethoden zu eröffnen.

NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen
Das NMI betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften. Es verfügt über breite, interdisziplinäre Kompetenzen in Geschäftsfeldern Pharma / Biotechnologie, Biomedizintechnik und Oberflächen- / Grenzflächentechnologie. Seit seiner Gründung im Jahr 1985 hat sich das NMI, eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts, zu einer soliden Brücke zwischen Grundlagenforschung und Wirtschaft entwickelt. Im Geschäftsbereich Pharma und Biotechnologie unterstützt das NMI die Entwicklung neuer Medikamente. In der Biomedizintechnik geht es um Zukunftstechnologien wie die Regenerative Medizin und Mikromedizin für neue diagnostische und therapeutische Ansätze.

HSG-IMIT Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard- Gesellschaft e.V.

Integrierter Chip für Entwicklungsstudien von Organen (IMTEK und HSG-IMIT, Villingen-Schwenningen und Freiburg)
Foto: Bernd Müller


Mikrofluidiksystem mit organähnlicher Zellanordnung von Leberzellen
Foto: NMI Reutlingen

Das HSG-IMIT betreibt seit 1988 angewandte Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikrosystemtechnik. An seinem Stammsitz in Villingen-Schwenningen und der Außenstelle Freiburg beschäftigt es derzeit 130 Wissenschaftler und Ingenieure. Das HSG-IMIT bietet der Industrie ein komplettes Angebot von der Realisierung neuer Ideen bis zur Produktion und ist nach der Norm für Qualitätsmanagement ISO 9001:2008 zertifiziert.

Dr. Nadja Gugeler | idw
Weitere Informationen:
http://www.nmi.de/
http://www.hsg-imit.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht In Hochleistungs-Mais sind mehr Gene aktiv
19.01.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Warum es für Pflanzen gut sein kann auf Sex zu verzichten
19.01.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie