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Neue Strategien zur Bekämpfung von Bodenrüssler & Co

26.01.2010
Julius Kühn-Institut stellt auf Pflanzenmesse in Essen (IPM) Verbundforschungsprojekt vor zur Bekämpfung von Bodenschädlingen in gartenbaulichen Kulturen mit natürlichen Gegenspielern

Um Bodenschädlinge in gartenbaulichen Kulturen zu bekämpfen, stehen oft keine Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Die Hauptschäden verursachen fast immer die Larven. Ein vom Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniertes Verbundprojekt soll nun integrierte nichtchemische Pflanzenschutzmaßnahmen voranbringen. Von heute an (26.1.) stellt das JKI gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern die Arbeiten zur Bekämpfung von Rüsselkäfern und Drahtwürmern den Besuchern der IPM in Essen vor.

"Bodenrüssler und Drahtwürmer sind wichtige Problemschädlinge im Gartenbau, die aufgrund ihrer versteckten Lebensweise mit herkömmlichen Pflanzenschutzverfahren nur schwer zu bekämpfen sind. Wir wollen den Messebesuchern zeigen, welche Alternativen wir derzeit erproben", so die Projektkoordinatorin Ruth Schaarschmidt vom Julius Kühn-Institut. So setzen die Forscher bei der Bekämpfung auf natürliche Gegenspieler der Larven wie bestimmte Arten von Fadenwürmern (Nematoden) oder so genannte entomopathogene Pilze.

Um festzustellen, welche Arten in den Kulturen überhaupt auftreten und wie groß der Schaden ist, den diese Käfer und ihre Larven im Hopfen-, Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenbau verursachen, erfolgt zunächst eine Bestandsaufnahme. Von den sechs Projektpartnern (siehe Hintergrundinfo) werden verschiedene Einzelaspekte des Verbundprojektes bearbeitet, das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gefördert wird. So wird z. B. die Biologie und Bekämpfung von Rüsselkäferarten untersucht, die neu nach Deutschland eingeschleppt wurden. Während die Larven des Dickmaulrüsslers (Otiorhynchus sulcatus) erfolgreich mit den besagten Nematoden bekämpft werden können, muss diese Strategie für eingeschleppte Arten (z.B. O. salicicola und O. armadillo) sowie für O. ligustici - einem wichtigen Schädling an Hopfen- erst überprüft werden. Außerdem wird untersucht, ob auch die erwachsenen Käfer mit Nematoden und Pilzen zu bekämpfen sind.

Über die Biologie der Drahtwurmarten - so bezeichnet man die Larven von Schnellkäfern - ist noch relativ wenig bekannt. Diese Lücke versuchen die Forscher nun zu schließen. So wollen sie ein Prognosemodell erstellen, mit dem die Entwicklungszyklen vorhergesagt werden können. Eine wärmeliebende Drahtwurm-Art, Agriotes sordidus, wandert zurzeit vom Süden her nach Deutschland ein und hat sich in einigen Regionen bereits fest etabliert. Aufgrund des schnelleren Entwicklungszykluses dieser Art könnte es sein, dass die vorhandenen Arten verdrängen werden. Auch diese Hypothese ist Gegenstand der Forschung. Neben entomopathogenen Pilzen und Nematoden soll hier auch der Einsatz von Fang- und Feindpflanzen in die Bekämpfungsstrategie einfließen.

Hintergrundinformation:

Die Internationale Fachmesse für Pflanzen, Technik, Floristik und Verkaufsförderung, kurz IPM, findet vom 26.-29. Januar auf dem Essener Messegelände (Norbertstraße 2) statt. Der Informationsstand des JKI steht in Halle 1A Stand 200, auf der Fläche der Fördergesellschaft Gartenbau.

Koordinierung: Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau und Forst des Julius Kühn-Instituts in Braunschweig

Projektpartner:
Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg Vorpommern
ZEPP (Zentralstelle der dt. Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme), Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Forschungsanstalt Geisenheim/Fachgebiet Phytomedizin
Curculio-Institut e.V.

Stefanie Hahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de

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