Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Stammzellbank für die Forschung

14.05.2014

Hannoversche Wissenschaftler beteiligen sich an Europäischem Kooperationsprojekt

Eine zentrale Stammzellbank auf europäischer Ebene ist das ehrgeizige Ziel eines neuen Innovative Medicines Initiative (IMI)-Verbundprojekts, an dem das Centre for Ethics and Law in the Life Sciences (CELLS) der Leibniz Universität beteiligt ist.

In der neuen Europäischen Bank sollen so genannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) zentral gelagert werden, damit Wissenschaft und Industrie sie zur Erforschung von Krankheiten und zur Entwicklung von Therapien zum Beispiel für neurodegenerative Erkrankungen nutzen können. 

Der Einsatz dieser Zellen, die von erwachsenen, einwilligungsfähigen Menschen – oft im Frühstadium einer Krankheit – durch Biopsien gewonnen werden, gelten als Königsweg, um die umstrittene Forschung mit embryonalen Stammzellen überflüssig zu machen.

Die iPS-Zellen werden in immer mehr europäischen Forschungsprogrammen hergestellt, aber bislang fehlt eine systematische Katalogisierung. Durch die neue „European Bank for induced pluripotent Stem Cells“ (EBiSC) soll eine einheitliche Qualität und Systematisierung für die Nutzung in der Forschung geschaffen werden. Universitäten und Pharmaunternehmen können voraussichtlich in etwa drei Jahren erste Zelllinien anfordern.

Für das mit 35 Millionen Euro von der Europäischen Union geförderte Verbundprojekt haben sich 26 Organisationen zusammengeschlossen: Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber auch forschende Pharmaunternehmen sowie kleine und mittelständische Unternehmen. CELLS, das hannoversche Centre for Ethics and Law in the Life Sciences, ein Kooperationsprojekt von Leibniz Universität und Medizinischer Hochschule Hannover, arbeitet an den rechtlichen und ethischen Aspekten des Projekts. 

Unter der Leitung von Prof. Nils Hoppe befassen sich die Wissenschaftler unter anderem mit juristischen Regelungslücken beim Aufbau der internationalen Stammzellbank. Um die Vergleichbarkeit und Qualität sicherzustellen, soll jede Zelle in der Bank das gleiche Programm durchlaufen.

Bislang sind die rechtlichen Bestimmungen zur Gewinnung und Weiterverarbeitung der iPS-Zellen von Land zu Land unterschiedlich. „Insbesondere die bei der grenzüberschreitenden Forschungskooperation mit menschlichen Zellen entstehenden juristischen Fragen sind spannend und noch nicht vollständig geklärt“, erläutert Prof. Nils Hoppe. 

Der Jurist kümmert sich mit seinen Mitarbeitern auch um die entstehenden Kommerzialisierungsfragen der Stammzellbank. Die Zellbank soll als Non-Profit-Organisation keinen Gewinn machen. „Der Grat zwischen kostendeckendem Arbeiten und erwirtschaftetem Gewinn ist schmal“, sagt Hoppe. „Es muss sichergestellt sein, dass sich niemand mit unentgeltlichen, freiwilligen Zellenspenden bereichert.“ Dabei sei auch der ethische Aspekt der Freiwilligkeit von großer Bedeutung: „In der Klinik darf bei den Patienten nicht das Signal ankommen, dass sie nur vernünftig behandelt würden, wenn sie einer Biopsie zustimmen.“ 

Hinweis an die Redaktion:Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Nils Hoppe, CELLS, unter Telefon +49 511 762 5192 oder per E-Mail unter nils.hoppe@cells.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Referat für Kommunikation und Marketing

Leibniz Universität Hannover

Welfengarten 1

30167 Hannover

Tel.: 0511/762-5342

Fax: 0511/762-5391

mailto:info@pressestelle.uni-hannover.de

www.uni-hannover.de

Prof. Nils Hoppe | Leibniz Universität Hannover

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Feinste organische Partikel in der Atmosphäre sind häufiger glasartig als flüssige Öltröpfchen
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Darmflora beeinflusst das Altern
21.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten