Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Nachweis-Methode von Stammzellen im Gehirn

17.05.2010
Forschungsergebnisse in Nature als „Research Highlight“ veröffentlicht

Erst seit wenigen Jahren ist bekannt, dass das Gehirn auch im Erwachsenenalter eigene Stammzellen besitzt. Diese Stammzellen können Hirnschädigungen reparieren helfen und damit die Erholung fördern – zum Beispiel nach einem Schlaganfall.

Stammzellen können jedoch bislang nicht für Therapien genutzt werden, da es bisher nicht möglich war, diese Zellen im lebenden Gehirn sichtbar zu machen. An der Uniklinik Köln und am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung fanden Wissenschaftler jetzt jedoch erstmals eine Möglichkeit. Sie liefern damit einen wichtigen Baustein auf dem Weg zur Therapie nach einem Schlaganfall.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Michael Schroeter, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie (Direktor: Prof. Dr. G.R. Fink), hat in enger Zusammenarbeit mit mehreren Arbeitsgruppen des Max-Planck-Instituts für Neurologische Forschung (Prof. R. Graf, Prof. Dr. Hoehn, PD Dr. B. Neumaier, Dr. H. Backes) in Köln eine Methode entwickelt, diese Stammzellen im lebenden Gehirn mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sichtbar zu machen. Die PET ist ein bildgebendes Verfahren, das Schnittbilder des lebenden Körpers erzeugen kann. Sie macht sich die Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz im Organismus zu Nutze und bildet damit biochemische sowie physiologische Funktionen ab.

Für die Darstellung der endogenen Stammzellen im Gehirn wurde die Substanz Fluor-L-thymidin (FLT) eingesetzt. Sie gleicht einem natürlichen Baustein der menschlichen Erbsubstanz, die überall dort verwendet wird, wo Zellteilung stattfindet. Die Forscher konnten dank FLT sowohl den Ort, als auch die Menge der im lebenden Gehirn vorhandenen Stammzellen nachweisen. Im Tiermodell konnte so erstmals beobachtet werden, dass nach einem Schlaganfall die Zahl der im Gehirn vorhandenen Stammzellen stark zunimmt. Außerdem konnte ihre Zahl zusätzlich durch Gabe von Medikamenten gesteigert werden.

Diese Ergebnisse werden Ausgangspunkt für weitere Experimente sein, die darauf abzielen, die eigenen Stammzellen des Gehirns vor Ort zu vermehren, um damit ihre positiven Effekte auf die Reparations- und Erholungsvorgänge nach einem Schlaganfall gezielt auszunutzen. „Wir wollen versuchen, in Zukunft die positiven Effekte der Stammzellen des Gehirns durch Medikamente zu verstärken, um so die Funktionserholung nach Schlaganfällen zu fördern“, so Prof. Michael Schroeter. „Die FLT-PET-Methode wird heute bereits zum Nachweis von Hirntumoren beim Menschen genutzt. Es besteht deshalb die berechtigte Hoffnung, diese Methode des Stammzellnachweises in Zukunft auch beim Menschen anwenden zu können.“

Die Forschungsergebnisse wurden in der Maiausgabe des international renommierten Journal of Neuroscience veröffentlicht.

Durch die Würdigung der Ergebnisse der Kölner Arbeitsgruppe im aktuellen „Research Highlight“ der Zeitschrift Nature vom 13.5.2010 wird die internationale Beachtung der Kölner Arbeit zusätzlich betont.

Veröffentlichung:
Rueger-MA et al. (2010) Non-invasive imaging of endogenous neural stem cell mobilization in vivo using Positron Emission Tomography. J Neurosci, 30(18); 6454-6460

Für Rückfragen:

Univ.-Prof. Dr. Gereon Fink
Direktor
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Telefon: 0221 478-4000
E-Mail: gereon.fink@uk-koeln.de
Prof. Dr. Michael Schroeter
Leitender Oberarzt
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Telefon: 0221 478-87239
E-Mail: michael.schroeter@uk-koeln.de
Prof. Dr. Rudolf Graf
Stellvertretender Leiter
Max Planck-Institut für neurologische Forschung
Telefon: 0221 4726-201
E-Mail: graf@nf.mpg.de
Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Kommunikation
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de

Christoph Wanko | idw
Weitere Informationen:
http://www.koelnerneurologie.de
http://www.nf.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Was Stammzellen zu perfekten Alleskönnern macht
27.06.2017 | Universität Zürich

nachricht Einblick ins geschlossene Enzym
26.06.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Study shines light on brain cells that coordinate movement

26.06.2017 | Life Sciences

Smooth propagation of spin waves using gold

26.06.2017 | Physics and Astronomy

Switchable DNA mini-machines store information

26.06.2017 | Information Technology