Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methode zur Testosteronbestimmung bei Tüpfelhyänen

25.06.2015

Durchbruch in der Hormonforschung

Einem Forscherteam vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und der Universität Pretoria ist es erstmalig gelungen, Testosteron über seine Abbauprodukte im Kot von Tüpfelhyänen zu messen. Diese innovative, nicht-invasive Methode ist sehr wichtig, um eine Störung der Tiere zu vermeiden.


Tüpfelhyäne (Crocuta crocuta) und Enzym-Immunoassay

Foto: East ML & Dehnhard M

In männlichen Säugetieren ist das Sexualhormon Testosteron für die Entwicklung und Fortpflanzung von großer Bedeutung. Veränderungen des Testosteronspiegels innerhalb der Lebensspanne eines einzelnen Tieres, als auch innerhalb der Gesamtpopulationen liefern daher grundlegende Informationen über Wachstum, Fortpflanzungsstrategien und Altersstrukturen dieser Tierart.

Für eine Hormonuntersuchung werden normalerweise Blutproben benötigt. Eine Blutabnahme ist bei Wildtieren jedoch schwierig und nicht immer möglich, da insbesondere in Schutzgebieten der Fang von Wildtieren oftmals verboten ist.

Zudem können der Fang und die Blutentnahme bei Wildtieren Stress auslösen und somit zu veränderten Hormonkonzentration und einem verfälschten Ergebnis führen. Bei einem nicht-invasiven Hormon-Monitoring treten die beschriebenen Probleme nicht auf.

Physiologische Daten freilebender Tiere können somit relativ einfach gesammelt werden. Die wiederholte Beprobung eines Individuums in seiner natürlichen Umgebung wird somit während seiner gesamten Lebensdauer möglich.

In dieser Studie wurde die Effizienz des ersten Antikörper-basierten Enzymimmunoassays für die Beobachtung von Testosteronabbauprodukten im Kot von Tüpfelhyänen untersucht. Details und Nachweise der Wirksamkeit dieser Methode sind in der wissenschaftlichen online-Zeitschrift PLOS ONE veröffentlicht.

Die neue Methode ermöglicht es, den Einfluss des Alters, des sozialen Status und des Fortpflanzungsverhaltens auf die Testosteronkonzentration in freilebenden Tüpfelhyänen zu erforschen.

Publikation:
Pribbenow S, East ML, Ganswindt A, Tordiffe ASW, Hofer H, Dehnhard M (2015): Measuring faecal epi-androsterone as an indicator of gonadal activity in spotted hyenas (Crocuta crocuta). PLOS ONE.

Kontakt:
Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW)
Alfred-Kowalke-Str. 17
10315 Berlin

Susanne Pribbenow
Tel.: +49 30 5168-619
pribbenow@izw-berlin.de

Steven Seet
Tel.: +49 30 5168-125
seet@izw-berlin.de

Weitere Informationen:

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0128706 - Publikation (Sperrfrist 24.06. 20 Uhr)
http://www.izw-berlin.de - Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)

Gesine Wiemer | Forschungsverbund Berlin e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers
28.04.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Forschungsteam entdeckt Mechanismus zur Aktivierung der Reproduktion bei Pflanzen
28.04.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie