Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methode zur Beschichtung von Oberflächen mit Biochemikalien

31.05.2012
Eine neuartige Methode zur umweltfreundlicheren und effizienteren Beschichtung von Oberflächen mit Nanopartikeln wurde am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) entwickelt.

Die „Erfinder“ um Dr. Johannes Raff arbeiten mit Biochemikalien, die sie künftig auch in einer eigenen Firma vertreiben wollen. Um das „BioBASE“ genannte Ausgründungsvorhaben zu unterstützen, finanziert es die Helmholtz-Gemeinschaft mit 100.000 Euro; das HZDR bringt noch einmal den gleichen Betrag auf.

Das Team um Dr. Johannes Raff ist bereits mit Partnern aus den Bereichen Kunststoffveredelung und kunststoffbasierte Medizinprodukte im Gespräch. „Unsere Biochemikalien eignen sich für die Beschichtung unterschiedlichster Materialien, neben Kunststoff auch Glas und Metall“, so Raff. Die Arten der Beschichtung reichen von dekorativ bis funktionell. Das Projekt ist eines von sechs neuen Ausgründungsvorhaben, die mit dem Programm Helmholtz-Enterprise aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert werden. Ein externes Gutachtergremium wählt regelmäßig Projekte aus, die das Potenzial haben, sich auf dem Markt erfolgreich zu bewähren. Durch die finanzielle Förderung stehen den Ausgründungsprojekten zusätzliche Mittel für Personal in der Ausgründungsphase zur Verfügung.

Das Prinzip der Beschichtungschemikalien kommt aus der Natur. Die Wissenschaftler nutzen die Fähigkeit von Proteinen, also Eiweißmolekülen, sich zu regelmäßigen Nanostrukturen anzuordnen. In diesen Gitterstrukturen werden die Beschichtungsmaterialien, die aus Nanopartikeln bestehen, aufgebracht. Nanopartikel haben eine besonders hohe reaktive Oberfläche, die in den Eiweiß-Gitterstrukturen erhalten bleibt; zudem können sie sehr definiert aufgebracht werden. Bisher ließen sich diese Eigenschaften noch nicht optimal nutzen.

Die Proteine bilden auf den Oberflächen eine zweidimensionale Schicht, weshalb die Wissenschaftler sie auch „Surface-layer-Proteine“ oder kurz „S-Layer-Proteine“ nennen. Die vom BioBASE-Team verwendeten Proteinschichten sind besonders stabil und besitzen sehr interessante Metallbindungseigenschaften, die sich ideal zu Herstellung und Immobilisierung von Nanopartikeln eignen. Sie wurden von Bakterien kultiviert, die die Forscher in schwermetallhaltigen Umgebungen fanden; die Bakterien schützen sich durch die Proteinschichten vor lebensfeindlichen Bedingungen.

Das Ausgründungsvorhaben wird zudem im Programm HEFplus der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Die Gründer können mit der Förderung eng mit einem Managementpartner zusammenarbeiten und von dessen Kompetenz profitieren. Im Falle von BioBASE konnte Dr. Jürgen Hofinger von der NAMOS GmbH gewonnen werden.

Weitere Informationen
Dr. Johannes Raff
Institut für Ressourcenökologie / Ausgründungsprojekt BioBASE
Tel. 0351 260-2951
j.raff@hzdr.de
Pressekontakt
Dr. Christine Bohnet | Pressesprecherin
Tel. 0351 260-2450 oder 0160 969 288 56
c.bohnet@hzdr.de
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Bautzner Landstr. 400
01328 Dresden
Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Materie, Gesundheit und Energie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
• Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
• Wie nutzt man Ressourcen und Energie effizient und sicher?
Zur Beantwortung dieser wissenschaftlichen Fragen werden fünf Großgeräte mit teils einmaligen Experimentiermöglichkeiten eingesetzt, die auch externen Nutzern zur Verfügung stehen.

Das HZDR ist seit 1.1.2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es hat vier Standorte in Dresden, Leipzig, Freiberg und Grenoble und beschäftigt rund 900 Mitarbeiter – davon ca. 400 Wissenschaftler inklusive 140 Doktoranden.

Dr. Christine Bohnet | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.hzdr.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise