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Neu entdeckter Signalweg reguliert Überleben von Neuronen

18.11.2010
Der Transkriptionsfaktor Pax6* ist nicht nur an der frühen Entwicklung des Gehirns beteiligt, sondern sichert auch das Überleben bestimmter Neuronen des Riechkolbens* im erwachsenen Säugetiergehirn – das fanden Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und der Ludwig-Maximilians-Universität München heraus. Das Ergebnis schafft wichtiges Grundlagenwissen für zukünftige regenerative Therapieansätze, etwa für Parkinsonpatienten, und ist in der aktuellen Ausgabe von Neuron publiziert.

Die meisten Neuronen im Säugetiergehirn bleiben ein Leben lang intakt. Bisher war nicht klar, welche Faktoren diese Zellen vor dem Zelltod bewahren. Zumindest für Neuronen des Riechkolbens* haben Prof. Dr Magdalena Götz, Dr. Jovica Ninkovic und Dr. Jack Favor vom Helmholtz Zentrum München und der Ludwig-Maximilian-Universität München einen Mechanismus entschlüsselt:


Rot: Dopaminerge Neuronen des Bulbus olfactorius; Gelb und Grün: Zellen, in denen PAX6 aktiv ist. Foto: Jovica Ninkovic

Der Transkriptionsfaktor Pax6 reguliert dort die Produktion eines Proteins, das bisher überwiegend in der Linse des Auges untersucht wurde. Dieses Protein verhindert aktiv den Zelltod und erlaubt so das Überleben dieser Neurone. Besonders wichtig ist der Befund, dass diese Regulationsmechanismen so spezifisch nur für einen Typ von Nervenzellen gelten.

„Unser nächstes Ziel ist es, herauszufinden, ob dieser Pax6 induzierte Signalweg auch in anderen Gehirnstrukturen, etwa dem Mittelhirn, den Neuronenzelltod verhindern kann“, sagt Erstautor Dr. Jovica Ninkovic. „Wir untersuchen außerdem, ob andere für die Entwicklungsbiologie essentielle Faktoren wie Pax6 im erwachsenen Gehirn dafür sorgen, dass die Neuronen überleben.“ Die Forscher hoffen, mit diesen Ergebnissen langfristig zu regenerativen Therapien beitragen zu können und etwa bei Parkinsonpatienten das Überleben der Neuronen besser gewährleisten zu können.

Weitere Informationen

*Hintergrund
Pax6: Pax, oder auch Paired-box-Gene codieren für gewebespezifische Transkriptionsfaktoren. Speziell Pax6 gilt als eines der wichtigsten Regulatorgene bei der Entwicklung der Sinnesorgane.

Riechkolben: Struktur an der vorderen Basis des Gehirns in der die Riechnerven enden

Original-Publikation:
Ninkovic, J. et al (2010): The transcription factor Pax6 regulates survival of dopaminergic olfactory bulb neurons via crystallin αA. Neuron. 2010; Nov 18; 68(4). Link zur Fachpublikation: http://www.cell.com/neuron/abstract/S0896-6273%2810%2900772-5?switch=standard

Das Helmholtz Zentrum München ist das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Als führendes Zentrum mit der Ausrichtung auf Environmental Health erforscht es chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens auf einem 50 Hektar großen Forschungscampus. Das Helmholtz Zentrum München gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 16 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit etwa 30.000 Beschäftigten zusammengeschlossen haben.

Ansprechpartner für die Medien
Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg

Tel.: 089-3187-3946, Fax 089-3187-3324, E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Fachliche Ansprechpartnerin
Prof. Dr. Magdalena Götz, Institut für Stammzellforschung, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg

Tel.: 089-3187-3750, E-Mail: magdalena.goetz@helmholtz-muenchen.de

Michael van den Heuvel | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de
http://www.cell.com/neuron/abstract/S0896-6273%2810%2900772-5?switch=standard

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