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Nächste Generation biologischer Wirkstoffe - Biopharmaceuticals

13.04.2010
- Jedes 4. Arzneimittel bereits ein Biopharmazeutikum
- Neuartige Antikörper und Scaffolds für künftige Therapien
- Innovative Technologien zur Verbesserung der Wirksamkeit

Die Bayern Innovativ GmbH als Koordinator des national und international ausgerichteten Netzwerkes Life Science konzipiert und organisiert zu das 2. Kooperationsforum "Biopharmaceuticals". Strategischer Partner ist Roche. Weiterer Partner ist der Cluster Biotechnologie Bayern.

Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel sind aufgrund ihrer hohen Spezifität und Effektivität ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Therapien geworden. Mit neuen Wirkprinzipien erzielen sie bereits bedeutende Fortschritte bei der Behandlung von Krebs, Multipler Sklerose oder Diabetes. Jedes vierte Arzneimittel ist heute ein Biopharmazeutikum und ihre Bedeutung nimmt weiter zu. Durch den Einsatz innovativer Technologien können biopharmazeutische Wirkstoffe weiter optimiert, komplexe Erkrankungen durch neuartige Wirkstoffe erstmalig behandelt und kostengünstigere Produktionsverfahren entwickelt werden.

Bayern bietet mit führenden wissenschaftlichen Einrichtungen, Start-up- und mittelständischen Unternehmen sowie Roche in Penzberg - einem der europaweit größten Biotech-Standorte - das ideale Umfeld für die Entwicklung und Produktion biopharmazeutischer Wirkstoffe.

Das Kooperationsforum
Experten aus Industrie und Wissenschaft präsentieren Strategien, neue Ansätze bei der Entwicklung therapeutischer Antikörper und Scaffolds sowie Technologien zur Verbesserung der pharmakologischen Eigenschaften biologischer Wirkstoffe. Weiterhin werden Trends der biopharmazeutischen Produktion sowie alternative Produktionssysteme vorgestellt.

Einen thematischen Schwerpunkt des Forums bildet die Optimierung biologischer Wirkstoffe für eine verlängerte Wirkdauer, erhöhte Wirksamkeit und neue Applikationsformen.

Erfolgreich in der Humantherapie eingesetzte Biopharmazeutika wie Interferone, Wachstumsfaktoren und Antikörperfragmente sind häufig kleinere Moleküle und werden daher rasch abgebaut. Vergrößert man die Wirkstoffe mit biotechnologischen Verfahren, kann die Verweildauer verlängert und damit eine wiederholte Darreichung in kurzen Zeitabständen bzw. hohe Dosierungen vermieden werden.

Einen neuen Ansatz hierzu entwickelte Prof. Arne Skerra am Lehrstuhl für Biologische Chemie der Technischen Universität München in Weihenstephan: An das rekombinante Protein wird bereits bei der Biosynthese ein Polypetidschwanz aus einer bestimmten Abfolge der drei Aminosäuren Prolin, Alanin und Serin ("PAS"-Sequenz) angehängt. Nachfolgende Modifizierungsschritte, wie bei anderen Methoden, entfallen damit. Eine beträchtliche Vergrößerung des hydrodynamischen Volumens und eine damit verbundene verlängerte Plasma-Halbwertszeit wurden nachgewiesen. Seit 2009 wird dieses Konzept der PASylierung in dem Start-Up-Unternehmen XL-protein GmbH, Freising, vorangetrieben.

Innovative Technologien ermöglichen auch neue Darreichungsformen für biologische Wirkstoffe. Dr. Michael LaBarre zeigt das am Beispiel der "Enhanze"-Technologie der Firma Halozyme Therapeutics aus San Diego, USA. Bei Kombination beispielsweise des Brustkrebswirkstoffes Trastuzumab (Handelsname HerceptinR) mit dem Enzym Hyaluronidase lässt sich der Wirkstoff subkutan statt intravenös applizieren. Dadurch können Patientinnen zu Hause oder vom Hausarzt behandelt werden.

Einen Ausblick auf zukünftige Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich personalisierter Medizin wird Prof. Horst Domdey geben, Sprecher des bayernweiten Clusters Biotechnologie sowie von m4, der Münchener Spitzencluster-Initiative - einem der Sieger in der jüngsten Runde des BMBF-Spitzencluster-Wettbewerbs.

Aktuell sind bereits über 100 Teilnehmer angemeldet aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Dänemark und den USA. Sie vertreten Unternehmen und Forschungseinrichtungen wie BD Bioscience, Boehringer Ingelheim, EMP Genetech, FOCUS Clinical Drug Development, GATC Biotech, Invitrogen, Merck, Novartis, Rentschler Biotechnologie, Roche, Suppremol, Thermo Fisher sowie das/die Karlsruher Institut für Technologie, Fraunhofer Gesellschaft, Helmholtz Zentrum München und die Universitäten Erlangen, Regensburg und München. Die begleitende Fachausstellung zeigt innovative Technologien, Verfahren und Produkte für Design, Optimierung und Produktion von Biopharmazeutika.

Das Forum bietet somit eine ideale Plattform zum Erfahrungs- und Wissensaustausch und zur Erschließung neuer Kooperationen und Anwendungsfelder.

Die Programmübersicht und alle weiteren Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter www.bayern-innovativ.de/biopharmaceuticals2010.

Veranstaltungshinweis
Am Vortag zum Kooperationsforum, den 17. Mai 2010, haben Teilnehmer die Möglichkeit, die Biologics Produktion bei Roche in Penzberg zu besichtigen.

Hierzu sind Medienvertreter ebenfalls herzlich eingeladen.

Dr. Petra Blumenroth | idw
Weitere Informationen:
http://www.lifescience.de
http://www.bayern-innovativ.de/biopharmaceuticals2010

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