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Molekularer Schutz bei Herz- und Gefäßerkrankungen

20.11.2009
Neuer Sonderforschungsbereich an der Goethe-Universität untersucht Körper eigene Reparaturmechanismen

Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße sind nach wie vor die Haupttodesursache in Europa. Obwohl die bekannten Risikofaktoren wie erhöhter Cholesterinspiegel und Bluthochdruck durch entsprechende Therapien reduziert werden können, sterben die Hälfte aller Patienten an Erkrankungen der Herzkranzgefäße.

Um bessere Therapiekonzepte zur Regeneration von Blutgefäßen entwickeln zu können, ist es notwendig, die zellulären und molekularen Mechanismen der Signalübertragung im Blutkreislauf zu erforschen. Dies ist das Ziel eines neuen Sonderforschungsbereichs, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft jetzt an der Goethe-Universität bewilligte. Ebenfalls beteiligt ist das Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim.

"Das erhöhte Auftreten von Diabetes und Adipositas sowie der wachsende Anteil an immer älter werdenden Menschen in Europa könnte dafür verantwortlich sein, dass kardiovaskuläre Erkrankungen sich häufen", erklärt Prof. Ingrid Fleming vom Zentrum für Molekulare Medizin der Goethe-Universität und Sprecherin des neuen Sonderforschungsbereichs. Zudem steigt aufgrund der effizienteren medizinischen Versorgung der Anteil an Patienten, die nach erfolgreich behandelten Durchblutungsstörungen an chronischen kardiovaskulären Erkrankungen leiden, insbesondere an Herzinsuffizienz.

Eine der ersten messbaren Veränderungen bei kardiovaskulären Erkrankungen, die nachgewiesenermaßen mit einer schlechten Prognose und erhöhtem Risiko für die Entstehung von koronarer Herzerkrankung einhergeht, ist eine gestörte Funktion der inneren Gefäßwand, dem Endothel. Inzwischen sind die Mechanismen, die dazu beitragen, eingehend untersucht. Weniger bekannt ist, welche molekularen Signale eine schützende Wirkung auf das Endothel haben. Zudem ist unklar, wie zelluläre Reparaturvorgänge zur Verbesserung der Endothelfunktion und Gefäßneubildung beitragen können. Dies soll nun in unterschiedlichen Teilprojekten untersucht werden.

Ergänzt werden diese Projekte durch die Untersuchung der Interaktion von Endothel mit blutbildenden Stammzellen und der Bedeutung dieser Endothel-Stammzell-Kommunikation für die Regulation und Aufrechterhaltung des Stammzellpools im Knochenmark.

Informationen: Prof. Ingrid Fleming, Zentrum für Molekulare Medizin, Campus Niederrad, Tel. (069) 6301-6052, fleming@vrc.uni-frankfurt.de.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation
Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30,
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Dr. Anne Hardy | idw
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