Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Molekulare Mechanismen bei Embryonalentwicklung und Zelldifferenzierung

12.08.2009
DFG fördert Forschergruppe zur Funktion der Wnt-Signalwege mit 1,9 Millionen Euro

Mit speziellen Proteinen, die bei Mensch und Tier wichtige Prozesse bei der frühen Embryonalentwicklung und der Zelldifferenzierung übernehmen, befasst sich eine interdisziplinäre Forschergruppe in Heidelberg und Karlsruhe.

In diesem Verbund mit dem Thema "Mechanismen, Funktionen und Evolution der Wnt-Signalwege" haben sich acht Wissenschaftlerteams der Universität Heidelberg, des Universitätsklinikums Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg und der Universität Karlsruhe zusammengeschlossen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ihre Forschungsarbeiten zu den sogenannten Wnt-Proteinen über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 1,9 Millionen Euro.

Wnt-Proteine sind Signalstoffe, über die Zellen miteinander kommunizieren. Die molekularen Mechanismen, an denen diese Proteine beteiligt sind, haben sich bereits sehr früh in der Stammesgeschichte der Lebewesen entwickelt und spielen seitdem unverändert eine wichtige Rolle: Als universeller Entwicklungsfaktor fördert Wnt zum Beispiel die Zellreifung, steuert die Entstehung von Herz, Nieren und Nervengewebe und beeinflusst im Embryo die Ausbildung des Kopfes und der Rückenseite. Treten in dem zeitlich und räumlich fein abgestimmten Wirkmuster des Signalnetzwerkes Fehler auf, sind schwere Krankheiten bei Erwachsenen wie Darmkrebs oder offener Rücken bei Säuglingen die Folge.

Ziel des zu Jahresbeginn eingerichteten Forschungsverbundes ist es, mit Hilfe verschiedener Tier- und Organmodelle die Mechanismen der Wnt-Proteine zu entschlüsseln, weitere Komponenten der Signalwege zu finden oder neue biologische Funktionen zu entdecken. "Wir wollen verstehen, wie sich die Wnt-Signalwege im Laufe der Evolution entwickelt haben und wie sie bei Mensch und Tier auf molekularer Ebene Entwicklung, Wachstum und Heilungsprozesse steuern. Ein tieferes Verständnis dieser Prozesse ist wichtig, um zum Beispiel neue Therapieansätze für Krankheiten zu finden, die auf Fehlern in Wnt-Signalwegen basieren", erläutert der Sprecher der Forschergruppe, Prof. Dr. Herbert Steinbeisser vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Heidelberg.

Von der Universität Heidelberg sind zwei Arbeitsgruppen aus den Biowissenschaften an dem Forschungsverbund beteiligt. Das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Thomas Holstein be­fasst sich mit der Funktion der Wnt-Signalwege beim Süßwasserpolypen Hydra. Im Mittelpunkt der Arbeiten von Privatdozent Dr. Suat Özbek stehen die Struktur und molekulare Evolution der Wnt-Moleküle. Die Forschungsarbeiten sind in der Abteilung Molekulare Evolution und Genomik des Instituts für Zoologie angesiedelt.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Steinbeisser untersucht am Institut für Humangenetik in der Sektion Entwicklungsgenetik die Funktion und die Regulation des Wnt-Signalnetzwerkes in Embryonen des Krallenfrosches Xenopus laevis. Mit einem weiteren Projekt ist Privatdozent Dr. Stefan Hardt von der Abteilung für Kardiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg vertreten. Sein Team geht der Frage nach, welche Rolle Wnt-Signalwege für die Funktion des Herzmuskels spielen.

An der DFG-geförderten Forschergruppe sind außerdem Prof. Dr. Christof Niehrs und Prof. Dr. Michael Boutros vom Deutschen Krebsforschungszentrum (Heidelberg) sowie Prof. Dr. Doris Wedlich und Privatdozent Dr. Dietmar Gradl von der Universität Karlsruhe beteiligt. Informationen im Internet können unter der Adresse http://www.wnt.uni-hd.de abgerufen werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Herbert Steinbeisser
Universitätsklinikum Heidelberg
Institut für Humangenetik
Telefon 06221 56 50 50
herbert.steinbeisser@med.uni-heidelberg.de
Allgemeine Rückfragen von Journalisten bitte an:
Universität Heidelberg
Kommunikation und Marketing
Dr. Michael Schwarz, Pressesprecher
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de
http://www.wnt.uni-hd.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

nachricht Einen Schritt näher an die Wirklichkeit
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics