Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobiles Labor mit Bio-Chip prüft Wasserqualität

07.06.2010
Forscher von Siemens Corporate Technology (CT) haben ein tragbares Biochip-Laborsystem entwickelt, um Wasser schnell auf Schadstoffe zu kontrollieren. Die Tests nutzen die Reaktion von Antikörpern auf bestimmte Hormone, Pestizide, Antibiotika oder Bakterien. Der Demonstrator von der Größe eines Laptops identifiziert in einer halben Stunde bis zu 25 Substanzen und deren Konzentrationen. Das mobile Labor könnte zum Beispiel die Wasserqualität etwa bei humanitären Einsätzen prüfen oder die Abwässer von Krankenhäusern überwachen.

Wasserwerke überwachen den Schadstoffgehalt im Trinkwasser, indem sie regelmäßig Proben mit hochpräzisen Tests im Labor messen. Es gibt kleinere Geräte für diese Tests, allerdings arbeiten sie häufig mit optischen Methoden. Das tragbare System von Siemens nutzt elektrochemische Reaktionen, um vor Ort schnell zu einer Einschätzung zu gelangen. Der Vorteil: Diese Systeme können klein, robust und kostengünstig gebaut werden.


Herzstück der Lösung ist ein Biochip, auf dem sich Antikörper befinden. Reagieren diese mit den passenden Schadstoffen in der Probe, wird in einem zweiten Schritt eine elektrochemische Reaktion ausgelöst, die als winziger elektrischer Strom auf dem Chip gemessen wird. Der Chip von Siemens beruht auf einer Entwicklung mit Infineon und dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie, die bereits mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet wurde. Für das mobile Labor entwickelten die Forscher zusätzlich ein robustes Verfahren, um die Probe vollautomatisch zu verarbeiten, also die Reagenzien in der richtigen Reihenfolge und Dosierung auf den Chip zu bringen, wo sie miteinander reagieren.

Derzeit kann der Demonstrator zum Beispiel das Pestizid Atrazin in Konzentrationen von wenigen Millionstel Gramm pro Liter nachweisen, was bereits sehr nahe am gesetzlichen Grenzwert liegt. Für Bakterien reicht die Empfindlichkeit des Systems noch nicht für die Kontrolle von Trinkwasser aus, wo die Vorschriften noch strenger sind: In hundert Millilitern Wasser darf kein einziges Kolibakterium enthalten sein. Filtriertechniken sollen in Zukunft die Keime aus der Probe extrahieren, um sie in einer kleineren Wassermenge zu konzentrieren und dann nachzuweisen.

Das Schadstofflabor entwickelten die Forscher mit externen Partnern im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts AquaSENS. (RN 2010.06.2)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geteiltes Denken ist doppeltes Denken
19.01.2017 | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

nachricht Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen
19.01.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie