Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrobielle "Soft Skills"

17.09.2009
ProExzellenz-Initiative unterstützt Projekt "Mikrobielle Interaktionen" an der Universität Jena

Kommunikationsstärke, Networking-Kompetenz und die Fähigkeit, Grenzen zu überwinden - Was heute als Soft Skills in beinahe jeder Stellenanzeige gewünscht wird, könnte ebenso gut in einem Steckbrief für Mikroben stehen.

Denn die "Kommunikation" der Mikroorganismen mit ihrer Umwelt ist entscheidend für viele Lebensprozesse auf der Erde: Mikroorganismen, wie Bakterien und Pilze, leben nicht nur in regem Austausch mit ihresgleichen. Sie kommunizieren auch mit Pflanzen, Tieren und nicht zuletzt uns Menschen. Sogar mit ihrer unbelebten Umwelt, wie Mineraloberflächen, tauschen sie sich rege aus.

Die Kommunikation zwischen winzigen Mikroorganismen und ihrer Umwelt "belauschen" Wissenschaftler der "Jenaer Graduierten-Schule für mikrobielle Kommunikation" (JSMC). Die 2007 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ins Leben gerufene Einrichtung wird durch die Exzellenz-Initiative des Bundes und der Länder gefördert und vereint Wissenschaftler von 15 Uni-Instituten, 6 außeruniversitären Forschungseinrichtungen und 12 Partnern aus der Wirtschaft. Jetzt erhält das renommierte Konsortium weitere finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Thüringen: Im Rahmen der ProExzellenz-Initiative wird das Projekt "MikroInter" in den kommenden drei Jahren mit rund einer Million Euro gefördert.

",MikroInter' steht für ,Mikrobielle Interaktionen' und ist ein an der Universität Jena angesiedeltes Projekt, das die JSMC strukturell verstärken wird", macht Prof. Dr. Erika Kothe von der Universität Jena deutlich. Ziel sei es, bei einer erneuten Ausschreibung der Exzellenz-Initiative des Bundes und der Länder so aufgestellt zu sein, dass eine Anschlussförderung erreicht und so die Jenaer Graduierten-Schule nachhaltig etabliert wird. "Die Konkurrenz in diesem Wettbewerb ist natürlich groß", so die Professorin für Mikrobielle Phytopathologie und Sprecherin von "MikroInter". "Die nun gewährte Unterstützung der Graduiertenschule ist deshalb ein wichtiger Schritt." Dank "MikroInter" werden drei Post-Doktoranden gefördert, die bei den drei Mitgliedern des Koordinationsteams der JSMC angesiedelt sind: Neben Prof. Kothe auch bei Prof. Dr. Axel Brakhage (Universität Jena und Hans-Knöll-Institut) sowie Prof. Dr. Wilhelm Boland (Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie).

Inhaltlich soll mit dem neuen Projekt vor allem die interdisziplinäre Forschung innerhalb der JSMC vorangebracht werden. So wollen die Jenaer Wissenschaftler verstärkt physikalische Methoden einsetzen und zu neuen mikroskopischen Verfahren weiterentwickeln, mit denen sich Mikroben und ihre Kommunikationsmoleküle nachweisen lassen. Die 10 zusätzlichen Promotionsstipendien, die im Rahmen von "MikroInter" finanziert werden, ermöglichen den Nachwuchswissenschaftlern das Arbeiten nach dem Konzept "life science meets physics": "Jeder Doktorand ist sowohl in eine biologisch als auch eine physikalisch orientierte Arbeitsgruppe eingebunden", so Prof. Kothe. "Dies macht interdisziplinäres Arbeiten nicht nur möglich, sondern notwendig."

Auch das neue Masterprogramm "Chemical Biology", das zum Wintersemester 2010/11 startet, wird von "MikroInter" unterstützt und stärkt die interdisziplinäre Ausbildung an der Friedrich-Schiller-Universität. "Im Bereich der Mikrobiologie und verwandter Gebiete gibt es in Thüringen viele kleine und mittelständische Unternehmen sowie start-ups, die großen Bedarf an gut qualifizierten Wissenschaftlern haben", macht Prof. Kothe deutlich. Die Absolventen der Jenaer Uni hätten gute Chancen in diesem Bereich Fuß zu fassen, haben sie doch eine exzellente Ausbildung bekommen, "Soft Skills" inklusive.

Kontakt:
Prof. Dr. Erika Kothe
Institut für Mikrobiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Neugasse 25, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949291
E-Mail: erika.kothe[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.jsmc.uni-jena.de
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie
22.02.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Erster Atemzug prägt Immunsystem nachhaltig
22.02.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften