Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MHH-Forscher entschlüsseln Mechanismus der Gefäßverzweigung

22.02.2012
Signalprotein für Gefäßverzweigung entdeckt / Neue Perspektiven für Gefäßregeneration / Publikation in Circulation Research

Blutgefäße bilden vielfach verzweigte Gefäßbäume, die die Versorgung von Organen mit Nährstoffen und Sauerstoff sicherstellen. Während der Embryonalentwicklung wird das Verzweigungsmuster festgelegt. Danach bilden sich neue Gefäßabzweigungen nur noch selten. Viele Patienten sterben auch heute noch an den Folgen mangelnder Durchblutung lebenswichtiger Organe.


Dreidimensionale Darstellung der entstehenden Verästelung eines Gefäßes, gesteuert durch Delta-like 1

Ein Forscherteam aus dem Exzellenzcluster REBIRTH (Von regenerativer Biologie zu rekonstruktiver Medizin) und der Klink für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter der Leitung von Dr. Florian P. Limbourg entdeckte jetzt einen Mechanismus, wie Blutgefäße Gefäßabzweigungen ausbilden. Ihre Ergebnisse veröffentlichte das Team im Fachmagazin „Circulation Research“.

„Wir wollen nun in einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie untersuchen, ob wir durch gezieltes Anschalten dieses Mechanismus ausgewachsene Blutgefäße zur Verästelung anregen können und so den Blutstrom in schlecht durchblutetem Gewebe steigern können“, sagt Dr. Limbourg.

Um zu verstehen, wie die Verzweigungsmuster von Gefäßen entstehen, untersuchten Dr. Christian Napp und Michael Augustynik die Gefäßentwicklung in der Netzhaut von neugeborenen Mäusen. Die Erstautoren der Publikation interessierte besonders die Frage, ob die Verzweigung von Gefäßen ein zufälliger oder gesteuerter Mechanismus ist und aus welchen Gefäßen neue Abzweigungen entstehen. Bei der Beobachtung des wachsenden Gefäßbaumes machte der Medizindoktorand Michael Augustynik eine interessante Entdeckung: „Damit ein dreidimensionaler Gefäßzweig entstehen kann, muss ein bereits bestehendes Gefäß austreiben. Wir konnten zeigen, dass dieses Austreiben durch das Signalprotein Delta-like 1 reguliert wird.“ Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass Delta-like 1 in spezialisierten Zellen in der Netzhaut gebildet wird. Diese Zellen versammeln sich um die Gefäße und regen so die Bildung von Gefäßverästelungen an.

Ein Bild ist dieser Pressemitteilung angehängt.Es zeigt die dreidimensionale Darstellung der entstehenden Verästelung eines Gefäßes, gesteuert durch Delta-like 1. Oben ist der Normalfall beschrieben: In Grün ist das bestehende Gefäß gezeigt, aus dem in Rot die Verästelungen hervorgehen. In Blau ist ein zweites, tiefer liegendes Gefäßgeflecht gezeigt, welches aus den Abzweigungen entsteht. Auf dem unteren Bild sehen Sie die Situation einer Mutante, die kein Delta-like 1 produzieren kann. Hier bilden sich kaum noch Abzweigungen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei PD Dr. Florian P. Limbourg, REBIRTH-Arbeitsgruppenleiter „Regenerative Agents“, Telefon (0511) 532-5302, Limbourg.Florian@mh-hannover.de

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteine entdecken, zählen, katalogisieren
28.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an
28.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive