Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschliches Proteom komplett kartiert

21.09.2010
Ein Forschungsteam der ETH Zürich unter der Leitung von Professor Ruedi Aebersold und des Institute for Systems Biology, Seattle, hat erstmals das Proteom des Menschen mittels massenspektroskopischer Methoden vollständig kartiert. Die Daten werden nun allen Forschern zur Verfügung gestellt.

20‘300 – diese Zahl muss sich merken, wer einerseits mit dem menschlichen Genom und ab sofort auch dem menschlichen Proteom arbeiten will. Denn so viele Proteine haben Forscher des Institute for Systems Biology (IBS) in Seattle und der ETH Zürich aus der Gruppe von Professor Ruedi Aebersold mit verschiedenen massenspektrometrischen Methoden erfasst, bestimmt und die Daten als Referenz in eine Datenbank einfliessen lassen. Die Forscher bezeichnen diese als „Gold-Standard-Referenz“.

Landkarte soll Forschung beschleunigen

«Diese Referenzdatenbank stellen wir nun allen Biologen und Biologinnen zur weiteren Forschung zur Verfügung», erklärt Aebersold und fügt an: «So wie damals die Daten des menschlichen Genoms aus dem ‚Human Genome Project‘ ebenfalls allen interessierten Fachleuten offen gelegt wurden.» Die Forscher machen ihre Daten über den so genannten „ISB/ETH SRMAtlas“ zugänglich. Diese Datenbank ist Teil des Peptidatlas‘, den die beiden Institutionen in den letzten Jahren entwickelt haben (http://www.peptideatlas.org). Die Wissenschaftler präsentieren ihre Daten erstmals an der 9. Weltjahreskonferenz der „Human Proteome Organization“ (HUPO), die zurzeit in Sydney stattfindet.

Die Proteom-Daten erlauben es Forschern, Anzahl und Art der Proteine in einer beliebigen biologischen Probe mittels verschiedener massenspektrometrischer Messungen zu bestimmen. Dies ist eine wichtige Entwicklung, welche die Zuverlässigkeit und Reproduzierbarkeit der Proteomik stark verbessern wird. Die Forscher erhoffen sich, dass dadurch sowohl die Grundlagen- als auch die angewandte Forschung stark beschleunigt wird. «Die effektive Bedeutung wird das Projekt jedoch dadurch erhalten, wie stark die bereitgestellten Ressourcen von Wissenschaftlern genutzt werden», erklärt der Professor für Systembiologie. Sie hätten eine Art Landkarte geschaffen, die es anderen erlaube, das Proteom effizienter zu erforschen.

Seltene Proteinspezies aufspüren

Die grösste Schwierigkeit bestand für die Wissenschaftler darin, die seltenen Proteinspezies aufzuspüren und Spektren von ihnen zu erhalten. Diese Schwierigkeit umgingen sie, indem sie Fragmente solcher Proteine synthetisch herstellten und danach die Messungen an diesen Kunstprodukten durchführten. Diese Spektren dienen nun als „goldener Standard“, um die entsprechenden Proteine in einer beliebigen Probe zu entdecken.

Am Projekt beteiligt waren Mitarbeiter von Ruedi Aebersold am Institut für molekulare Systembiologie an der ETH Zurich und verschiedene Vertreter des ISB, das Aebersold mitbegründet hat. Das Projekt des Proteom-Atlas wurde einerseits finanziert über Gelder, die das ISB vom US National Health Institute erhielt. Ruedi Aebersold erhielt andererseits einen ERC Advanced Grant in Proteomik in der Höhe von 2,4 Mio Euro, die während fünf Jahren ausgeschüttet wurden.

Claudia Naegeli | idw
Weitere Informationen:
http://www.peptideatlas.org
http://www.ethz.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteine entdecken, zählen, katalogisieren
28.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an
28.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Fraunhofer-Forscher entwickeln Hochdrucksensoren für Extremtemperaturen

28.06.2017 | Energie und Elektrotechnik