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Meningitis-Anfälligkeit geht auf Gene zurück

09.08.2010
Fehler bei Codierung von Protein Faktor H entscheidend

Eine Reihe von Genen, die Menschen anfälliger für Meningitis machen, hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Imperial College London identifiziert. Das Team um Michael Levin hat die DNA von 1.400 Patienten mit bakterieller Meningitis und 6.000 gesunden Personen verglichen.

Laut Nature Genetics fanden sich Unterschiede in einer Familie von Genen, die bei der Immunreaktion eine Rolle spielen. Sie scheinen Menschen mehr oder weniger anfällig für eine Infektion zu machen. Die Forscher hoffen, dass diese Entdeckung auch einen Beitrag zur Entwicklung neuer Impfstoffe leisten kann.

Die Forscher konzentrierten sich auf eine Form der Krankheit, die durch Neisseria meningitidis hervorgerufen wird. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das eine Schwellung der Schleimhaut des Gehirns sowie Blutvergiftung verursacht. Die aktuelle Studie ist nicht die erste, die versucht, Menschen zu identifizieren, die aufgrund ihrer Gene anfälliger für eine Meningitis sind. Die bisherigen Ergebnisse waren laut BBC nicht eindeutig. Verantwortlich dafür könnte die geringe Anzahl der getesteten Personen sein.

Genetischer Code gescannt

Beim erneuten Versuch wurde zuerst der gesamte genetische Code von 475 britischen Patienten und 4.700 gesunden Personen gescannt. Bei den für die Immunreaktion verantwortlichen Genen zeigte sich ein deutlicher Unterschied. Als die Tests bei Patienten zwei weiterer europäischer Länder wiederholt wurden, kam es zu den gleichen Ergebnissen. Diese genetischen Unterschiede bedeuten, dass das Bakterium bei manchen Menschen das Immunsystem angreifen und eine Infektion verursachen kann. Bei anderen Menschen ist das Immunsystem jedoch in der Lage, die Infektion abzuwehren.

Die Gene codieren das Protein Faktor H und damit in Verbindung stehende Proteine. Kommt es in diesem Bereich zu Fehlern, können sich die Bakterien an die Proteine anbinden. Das Immunsystem erkennt sie in der Folge nicht und es kommt zu keiner Abwehrreaktion. Levin betonte, dass diese Forschungsergebnisse vor allem für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Meningitis B sehr nützlich sein könnten. Gegen Meningitis C gibt es bereits einen wirksamen Impfstoff.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www3.imperial.ac.uk
http://www.nature.com/ng

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