Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meeresschluchten als Biodiversitäts-Hotspots

12.04.2010
Tiefsee-Canyons und rauchende Schlote im Fokus der Ozeanographen

Unterwasser-Canyons sind seit längerem dafür bekannt, dass sie für zahlreiche Lebewesen ein Zuhause sind. Bisher hatten Forscher allerdings immer nur Täler an den Kontinentalgrenzen untersucht. Nun ist es einem Forscherteam um Eric Vetter von der Hawaii Pacific University (HPU) und Craig Smith der University of Hawaii in Manoa gelungen, Studien über Unterwasserschluchten vor der Küste Hawaiis zu machen.

Dabei haben die Wissenschaftler wahre Biodiversitäts-Hotspots entdeckt, berichten sie im Fachmagazin Marine Ecology. Große Tiergruppen wie Fische, Garnelen, Krebse, Seegurken und Seeigel konnten die Forscher ausmachen. 41 der gefundenen Spezies sind endemisch - und kommen in keiner anderen Weltregion außer in den hawaiianischen Gewässern vor. Mit ferngesteuerten U-Booten sind die Wissenschaftler in Tiefen zwischen 350 und 1.500 Meter vorgedrungen.

Vulkan-Inseln mit reichhaltiger organischer Masse

Die Küstenlinien der beiden Vulkan-Inseln Oahu und Molokai waren für die Forscher von großem Interesse, denn hier gelangen große Mengen organischer Masse in die Tiefsee, wo sie Nahrung für unzählige Lebewesen sind. Nihoa Island und das Maro-Riff hatten die Forscher als beispielgebend für flache Koralleninseln untersucht.

"Es hat uns interessiert, ob die Unterschiede bei den Nahrungsressourcen zwischen den verschiedenen topografischen Erscheinungen - Täler oder Nicht-Täler -, die wir vor der Küste Kaliforniens gemacht hatten, auch auf ozeanischen Inseln ähnlich dramatisch sind", meint Vetter. Ursprünglich waren die Experten davon ausgegangen, dass die Produktivität in den Tropen geringer sein würde.

Unterwasser-Canyons beherbergen seltene Arten

Die größte Überraschung für die Forscher war die Entdeckung von 41 Spezies, die ausschließlich in den Tiefsee-Canyons vor Hawaii vorkommen. "Das legt die Vermutung nahe, dass diese Täler eine ganz spezielle Fauna beherbergen, die ohne diese Gräben wohl kaum so existieren könnte", meint der Experte.

Aufgrund der hohen Besatzdichte von Grundfischen und Wirbellosen sollten diese Tiefsee-Canyons unter Schutz gestellt werden. "Wenn wir beweisen können, dass die Meereslebewesen diese Regionen als Nahrungsquelle nutzen, gibt es keinen Grund, sie nicht zu Schutzzonen zu machen", erklärt der Forscher. Es müsse jedenfalls unter allen Umständen verhindert werden, dass diese Regionen auch nur in irgendeiner Weise geschädigt werden.

Rauchende Schlote in 5.000 Metern Tiefe

Auch auf der Suche nach bisher unerforschtem Leben sind britische Forsche des National Oceanography Centre in Southampton. Sie haben im Cayman Graben in der Karibik in 5.000 Metern Tiefe Untersuchungen an den tiefsten bekannten unterseeischen Geysir-Schloten der Welt gemacht. Die Schlote stoßen heißes, mit Sulfiden und anderen mineralischen Verbindungen angereichertes Wasser aus.

Bakterienarten, die sich an die dort herrschenden extremen Bedingungen mit hohen Temperaturen und Drücken angepasst haben, stehen im Fokus der Wissenschaftler. Einige dieser Lebensformen könnten repräsentativ für frühe Formen des Lebens auf der Erde sein. Aktuelle Berichte gibt es im Online-Tagebuch http://thesearethevoyages.net der Wissenschaftler.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hpu.edu
http://www.uhm.hawaii.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neuer Mechanismus der Gen-Inaktivierung könnte vor Altern und Krebs schützen
23.02.2017 | Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI)

nachricht Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt
23.02.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor

23.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus

23.02.2017 | Medizin Gesundheit