Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medikamente in Handschellen und neue Krebsdiagnostik

10.10.2011
Universität Jena präsentiert zwei Projekte auf der „Biotechnica“ in Hannover (11.-13. Oktober)

Eine effiziente und zugleich schonende Therapie von Brustkrebs zu entwickeln, dieses Ziel verfolgt Dr. Tobias Pöhlmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit dem Projekt „Intelligent siRNA for therapeutic applications“. Ab morgen (11.10.) stellen der Biologe und sein Team das Vorhaben, das in Kürze in eine Firmengründung münden soll, auf der „Biotechnica“ in Hannover vor. Die Friedrich-Schiller-Universität ist mit zwei Exponaten auf dieser größten Biotechnologie-Messe Europas vertreten, die vom 11. bis 13. Oktober stattfindet.

„Wir blockieren lebensnotwendige Gene in den Tumorzellen und diese sterben ab“, erläutert Dr. Pöhlmann das Prinzip des neuartigen Therapieansatzes. Als „Aus“-Schalter nutzen die Forscher sogenannte siRNA-Moleküle (engl.: short interfering RNA). Der Trick dabei: Die siRNA-Moleküle werden mit einem Eiweiß gekoppelt. „Dieses Eiweiß kann man sich wie ein Paar Handschellen vorstellen, das die Wirkung zunächst verhindert“, veranschaulicht Pöhlmann. Der „Schlüssel“ zum Lösen der „Handschellen“ liegt nur im Tumorgewebe vor und nur dort wird die siRNA aktiviert. Deshalb entfalten die Moleküle ihre Wirkung ausschließlich in den Tumorzellen, das umliegende Gewebe sowie andere Organe des Körpers werden nicht geschädigt.

Am Gemeinschaftsstand der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Halle 9, Stand F 18) präsentieren sich außerdem Forscher der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Jenaer Uniklinikums mit ihrem Gründungsprojekt „onCGnostics“. Sie stellen eine neue Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs vor. Diese Krankheit, an der jedes Jahr etwa 270.000 Frauen weltweit sterben, wird von Papillomaviren verursacht. Zwar ist der Krebs – wenn frühzeitig erkannt – fast immer heilbar, aber die zur Diagnose verwendete zytologische Abstrichuntersuchung (Pap-Test) hat nur eine begrenzte Aussagekraft. Mit Hilfe von molekularen Markern haben die Jenaer Wissenschaftler um Prof. Dr. Matthias Dürst und Dr. Alfred Hansel den Test verbessert. Das von ihnen entwickelte Methylierungs-Markerset garantiert in Verbindung mit einem humanen Papillomavirus-DNA-Nachweis, dass in mehr als 95 Prozent aller Fälle die Krankheit erkannt wird.

Kontakt:
Dr. Tobias Pöhlmann
„Intelligent siRNA Technologies“, Gründerzentrum der Universität Jena
Kahlaische Straße 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 930850
E-Mail: tobias.poehlmann[at]intelligent-sirna.com
Dr. Alfred Hansel
Projekt onCGnostics, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641 / 933544
E-Mail: alfred.hansel[at]oncgnostics.com

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie