Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Max-Planck-Gesellschaft stärkt Forschung zu Infektionskrankheiten

26.09.2012
HIV-Forscher leiten zwei neue Max-Planck-Forschungsgruppen in Südafrika

Die Max-Planck-Gesellschaft gründet zum ersten Mal Forschungsgruppen in Afrika. Als Leiter der beiden Gruppen des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie wurden Alex Sigal und Peter Thumbi Ndung'u berufen. Die Gruppen der beiden HIV-Forscher sind auf fünf bis maximal neun Jahre angelegt und werden Grundlagenforschung zu HIV und Tuberkulose betreiben. Sie profitieren dabei von der räumlichen Nähe zu den Infektionszentren.

„Im südlichen Afrika sind Tuberkulose und HIV Schicksalsfragen. Wenn wir diese Krankheiten heilen wollen, müssen wir gerade auch in den Ländern forschen, in denen sie am meisten Menschen heimsuchen. Die Erkenntnisse aus Labor und Klinik können so erfolgreich Hand in Hand gehen – sozusagen vom Krankenbett zum Labortisch und wieder zurück“, betont der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss.

Die beiden Forschungsgruppen werden am neu gegründeten KwaZulu Natal Research Institute for Tuberculosis and HIV in Durban, Südafrika, angesiedelt sein. Das Institut ist ein Gemeinschaftsprojekt der University of KwaZulu-Natal und dem Howard Hughes Medical Institute in den USA und widmet sich ausschließlich der Erforschung von HIV und Tuberkulose. Denn in Südafrika sind die beiden Infektionskrankheiten eine teuflische Liaison eingegangen. Begünstigt durch ihr geschwächtes Immunsystem haben sich viele HIV-Patienten auch mit Tuberkulose infiziert. Mediziner suchen deshalb vor Ort in verschiedenen klinischen Studien nach neuen Behandlungswegen.

Grundlagenforschung fand dagegen bislang in Südafrika nur begrenzt statt. Die Max-Planck-Gesellschaft geht hier voran und fördert die Grundlagenforschung. „Nur durch eine enge Verzahnung von klinischen Studien und Grundlagenforschung lassen sich die Herausforderungen durch HIV und Tuberkulose bewältigen. Dadurch wird auch unsere Forschung in Deutschland direkt von diesen Arbeitsgruppen profitieren. Es ist also eine echte Win-Win-Situation“, sagt Stefan Kaufmann, Leiter der Abteilung Immunologie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin.

Alex Sigal beschäftigt sich in seiner Forschung vor allem mit der Frage, wie Krebs oder HIV die Behandlung mit Medikamenten in einer Art Rückzugsraum umgehen können. Der am Weizmann Institute of Science in Israel und am California Institute of Technology arbeitende Wissenschaftler hat Computermodelle zu solchen Krankheitsreservoiren entwickelt und an lebenden Zellen überprüft. Dabei hat er herausgefunden, dass die Übertragung von Viren zwischen Zellen die Wirksamkeit von HIV-Medikamenten senkt. Als nächstes möchte Sigal seine Ergebnisse auf neue Klassen von HIV-Medikamenten übertragen, sogenannte Protease-Hemmer und Antikörper. Die Analyse von Lymphgewebe soll zudem zeigen, wie HI-Viren in den Lymphknoten von einer Zelle auf die nächste weitergegeben werden.

Diese Ergebnisse könnten auch die Behandlungsmöglichkeiten von Erkrankungen wie Tuberkulose oder Malaria verbessern. In Zukunft will er insbesondere untersuchen, wie Tuberkulose-Erreger gegen Medikamente resistent werden, indem sie in eine Art Winterschlaf – die sogenannte Dormanz – fallen.

Peter Thumbi Ndung'u forschte bisher an der University of KwaZulu-Natal. Ihn interessieren besonders die Faktoren, die die Übertragung von HI-Viren beeinflussen. Der gebürtige Kenianer möchte herausfinden, welche Faktoren bestimmte Menschen besonders empfänglich für die Viren machen und was die Viren gegen Medikamente resistent werden lässt. Darüber hinaus untersucht er, wie die verschiedenen Teile des Immunsystems die Erreger abwehren. Mit seiner neuen Forschungsgruppe will er die Immunabwehr bei HIV-infizierten Tuberkulose-Patienten untersuchen.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan H.E. Kaufmann
Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin
Telefon: +49 30 28460-500
Email: kaufmann@­mpiib-berlin.mpg.de

Dr. Sabine Englich
Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin
Telefon: +49 30 28460-142
Email: englich@­mpiib-berlin.mpg.de

Dr Harald Rösch | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.­mpiib-berlin.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns
24.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics